Stephen King: Wahn

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Edgar Freemantle hat es geschafft.

Mit Anfang 50 ist er als selbstständiger Bauunternehmer mehrfacher Millionär, Vater zweier  erwachsener Töchter und zufrieden verheiratet mit Pam.

Und die Ehe läuft auch schon seit mehr als 20 Jahren.

Alles ändert sich als Edgar auf einer Baustelle durch einen defekten, zurücksetzenden Kran.

Seine Hüfte wird zerschmettert, ein schweres Schädel-Hirntrauma, ein amputierter rechter Unterarm sind die Folge.

Als er im Heilungsprozess unter Einfluss von Schmerzmitteln beinahe Pam erwürgt, reicht sie die Scheidung ein.

Edgar willigt ein, er zieht aus.

Nach genügend Rekonvaleszenz, so dass der frisch geschiedene Eddie wieder allein leben kann, beschließt er in den Süden, nach Florida zu ziehen.

Zumindest für ein Jahr an den äußersten Südzipfel mietet er sich ein Häuschen direkt an der Küste, auf eine kleine Halbinsel, nur bewohnt von einer kleinen Handvoll Menschen - darunter aber auch von der 85jährigen Miss Eastlake, der Tochter des Paten.

Mit auf ihrer Hazienda lebt ihr Pfleger Wireman.

Ein Mann mit einer ungeklärten Vergangenheit.

Die beiden Freunden sich an, Edgar entdeckt seine Leidenschaft für die Malerei.

Aber je länger er sich mit der Malerei beschäftigt, je mehr Freude es ihm bereitet, desto häufiger mehren sich denkwürdigen Zwischenfälle.

Immer häufiger sieht er Dinge, die man durch das 2.Gesicht zu sehen bekommt.

Liegt vielleicht ein Fluch über Duma Key?

Der Wahnsinn steigert sich.

 

Dieses komplexe Buch von Stephen King ist auch bereits über zehn Jahre alt und weicht von dem klassisch bekannten Horrorkönig reichlich ab.

Die ersten zweihundert Seiten wird quasi episch geschildert, wie es zu dem Unfall kam, wie sich der Heilungsprozess hinzieht, was es auch seelisch bedeutet mit einer Amputierung fertig zu werden.

Dazu kommt die Belastung für die Ehe, verdrängte Probleme brechen auf, Scheidung nicht ausgeschlossen.

So liest man in diesem ersten Teil der umfangreichen 900 Seiten Schwarte in erster Linie ein menschliches Drama.

Erst nach dem Umzug nach Duma Key nimmt die Geschichte gemächlich Fahrt auf.

Das Buch ist aus dem Jahre 2009, zehn Jahre zuvor erlitt Autor King einen beinahe tödlichen Autounfall.

Daher kann man die genauen Beschreibungen der Genesung wohl fast autobiografisch nennen.

Wenn es dann losgeht - etwa als Freemantle auf einem seiner Bilder einen ihn unbekannten Mann malt, der sich später als zukünftiger Schwiegersohn herausstellt - zieht er wie gewohnt alle Register.

Das sind die Momente, an denen das Buch quasi ein Selbstläufer ist, die Zeilen lesen sich von selbst.

Doch der Leerlauf dazwischen ist leider viel zu viel, man quält sich durch endlose Seiten von Magenverstimmungen oder Galerie Ausstellungen, die beim ersten Lesen zwar ganz unterhaltsam sind auf Dauer jedoch schlicht ermüden.

Wobei man auch sagen muss, dass die eine oder andere Spitze, die gegen die Künstler und vor allem gegen die vermeintlichen Kunstkenner gesetzt werden überaus gelungen sind.

Das Buch ist ausschließlich aus Sicht des Hauptprotagonisten geschrieben.

Bücher in der ersten Form geschrieben, mag ich normalerweise nicht gern lesen.

Doch bei all den Unzulänglichkeiten dieses Werkes, ist diese Form der Beschreibung nicht das größte Manko.

 

Mein Fazit
"Wahn" von Stephen King - ein Buch, welches zwischendurch fesselt - jedoch leider nur zwischendurch. Viel Leerlauf, mehr Drama als Horror!/su_box]

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