Klassiker: 1984 von George Orwell

Buch zur Rezension: 1984 von George Orwell

Krieg ist Frieden!

Freiheit ist Sklaverei!

Unwissenheit ist Stärke!

Das sind die Kernaussagen des Ministeriums der Wahrheit.

1984 bestimmt die Partei alles.

Es gibt den inneren Zirkel der Partei, es gibt den Äußeren, anschließend kommen die Arbeiter, zum Schluss - die große Mehrheit der Bevölkerung sind die "Proles" - quasi Ausgestoßene die vor sich hin leben!

Seit Beginn des Denkens gibt es die drei Erdteile Ozeanien, Eurasien sowie Ostasien.

Alle drei mit riesigen Flächen, unzähligen Bodenschätzen führen dauernd Krieg gegeneinander, ohne das es jemals einen Sieger gibt.

Winston Smith, 39 Jahre alt, arbeitet im Ministerium der Wahrheit als Geschichtsfälscher.

Die Partei ändert die Geschichte wie es ihr beliebt, Personen des öffentlichen Lebens fallen plötzlich in Ungnade, also werden Zeitungsartikel so geändert, dass betreffende Personen immer schon wenigstens zwielichtig gewesen sind.

Die Partei organisiert die Lebensmittelzuteilung, sie ist ständig via Teleschirm präsent, es wird die Sprache durch "Neusprech" gesteuert, Bücher selbst Tagebücher sind nicht gestattet.

Worte, die man nicht mehr aussprechen darf, geraten in Vergessenheit.

Wer gegen die Werte der Partei verstößt, wird vaporisiert.

Winston Smith läuft mit.

Er identifiziert sich nicht mit der Partei, geht seiner Arbeit nach, lebt von seiner Frau getrennt, verbringt seine Abende eher trostlos mit geschmacklosem Gin als Amüsement.

Zwei Dinge verändern sein Leben grundlegend: 

da ist zum einen Julia, die ihm heimlich ihre Liebe gesteht, denn Liebschaften sind nicht gestattet.

zum zweiten hört er von der Bruderschaft, die im Untergrund agiert und eine Revolution vorbereiten soll.

Die Liaison zu Julia muss heimlich erfolgen, da die Partei so was nicht duldet (Sex dient nicht dem Vergnügen, nur der Reproduktion).

Julia und Winston nehmen heimlich Kontakt zur Bruderschaft auf, doch durch einen Verrat werden beide getrennt, verhaftet und gefoltert im "Ministerium der Liebe".

Ein entrinnen scheint unmöglich!

Liebe und Verrat - klassische Themen die schon Goethe oder Shakespeare anregten.

Dazu einen großen Teil Politik, Folter den allgegenwärtigen "großen Bruder" als Identifikationsfigur des Bösen.

George Orwell präsentiert einen Cocktail, der auch nach siebzig Jahren zu Recht noch für Schauer und Schrecken sorgt.

Dabei erschreckt zumindest momentan die Aktualität des Geschehens (im Buch werden durch die ewigen Kriege die Menschen in dauernder Aufregung gehalten), im Jahre 2020 haben wir als Europäer einen beinahe 20 Jahre währenden Dauerstress hinter uns...die Anschläge von 2001, die darauffolgenden Kriege, Finanzkrise, Eurokrise, Asylkrise und nun auch noch Pandemie und Rassismus Diskussionen

Jedes Mal ging etwas von unserer Freiheit verloren, jedes Mal wird es so hingenommen.

Dazu kommen die Sprechverbote, es gibt niemanden mehr der von "Asylanten" spricht, wichtig scheinen viel mehr "teilnehmende" oder "Steuerzahler*innen".

Wer die Sprache beherrscht...

Das Buch ist schwer zu lesen, die Sprache ist voller Ecken und Kanten, es gibt das Neusprech und Doppeldenk, das "Ministerium der Liebe" versorgt das Land in Wahrheit mit Terror...

Die Figuren, allen voran auch Winston Smith, die melancholische Hauptperson, ist niemand mit dem man sich als Leser wirklich identifizieren kann.

Die anderen Figuren sind allesamt ebenfalls nicht sympathisch geraten, jeder kocht sein eigenes Süppchen, das ganze Buch beherrscht eine unangenehme Atmosphäre von Angst, Argwohn, Lug und Betrug.

Natürlich wollte der Autor das wohl, dies ist ihm auch hervorragend gelungen, entspricht aber wenig bis gar nicht den normalen Lesegewohnheiten, daher tat ich mich schwer mit dem vorankommen.

Spoiler zu 1984 von George Orwell
Winston Smith und Julia werden von ihrem vermeintlichem Bruderschafts Verbindungsmann O’Brien verraten und gefoltert.
Im berüchtigten Zimmer 101 im Ministerium der Liebe wird Winston eine Maske mit wilden Raten über das Gesicht gezogen (seit jeher sind Ratten seine größte Furcht).
Er verrät nicht nur seine Geliebte Julia, es endet damit, dass er sicher ist den “großen Bruder” zu lieben…die Partei hat ihn zerbrochen, sie hat gewonnen!
Mein Fazit
“1984” von George Orwell ist ein erschreckend aktuelles Buch über Macht, der Missbrauch und was daraus werden kann! Lesebefehl
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