Klassik Tipp: Erich Kästner: Das doppelte Lottchen

Das doppelte Lottchen Cover zur Buchkritik

Es ist die Geschichte zweier Mädchen:

Wir haben Lotte, die bei ihrer Mutter in München lebt.
Lotte kommt aus etwas unterklassigen Verhältnissen, sie übernimmt viele Aufgaben, kocht, putzt und unterstützt ihre Mutter Luiselotte wo sie nur kann.
Luise lebt in Wien, ihr Vater ist ein begabter Kapellmeister, ihre Verhältnisse sind eher großbürgerlich, es gibt ein Hausmädchen, ein größeres Anwesen.
Keinerlei Geldsorgen.
Und auf einmal stehen sich diese unterschiedlichen Mädchen gegenüber und stellen fest, dass sie sich wie ein Ei dem anderen gleichen.
Die eine hat Zöpfe, die andere eine lange Lockenmähne, doch das ist schon der größte Unterschied.
Nach einer aufregenden Zeit im Sommerlager beschließen sie einen spannenden Plan:


Es werden einfach die Rollen getauscht.


Schließlich muss es doch ein Geheimnis zu lüften geben, weshalb die zwei Mädels sich so ähnlich sind...


Zugegeben: der Zahn der Zeit nagte schon beträchtlich an der Geschichte des großen Erich Kästners, die verschiedene Male verfilmt, behutsam aktualisiert wurde, jedoch zu jeder Verfilmung stets sein Publikum fand.
In heutigen Zeiten wäre die Frage nach der Ähnlichkeit mit einem Smartphone Foto sowie wenigen Telefonaten natürlich innerhalb kürzester Zeit aufgeklärt.
Doch der Zauber besteht halt darin, dass man sich in eine Zeit versetzen muss, in der Briefe schreiben noch aktuell war und Fotos etwas besonderes, dass man nicht so ohne weiteres zwischendurch machen konnte.
Kästner schrieb diesen Roman im Jahre 1949!
Die Grundgeschichte um Trennung der Eltern, Selbstfindung, mit neun Jahren schon nicht mehr gaaanz klein begeistert zeitlos.
Aufgewertet wird das Lesen von zauberhaften schwarz-weiß Illustrationen und amüsanten Nebenfiguren, wie die Schulfreundin Anni,Fräulein Irene Gerlach oder die resolute aber herzensgute Resi.
Woran man sich etwas gewöhnen muss, sind die teils altmodischen Ausdrücke, die der Verlag auch in der wiederholten Auflage beibehalten hat (oder wer weiß noch aus dem Steh greif wie viel Gramm ein halbes Pfund Querrippe ist?)
Doch das verleiht dem Ganzen wiederum einen besonderen Charme.
 

 

Spoiler Alarm:

Da die eine plötzlich alle Klavierkenntnisse verloren zu haben scheint, die andere auf einmal in der Schule glänzt, zu allem Überfluss der treue Hund "Pepperl" sich nicht täuschen lässt, ist es eine Frage der Zeit, wann der Schwindel auffliegt.

Luiselotte und Luise sind getrennte Zwillingsschwestern, die Eltern trennten sich vor langer Zeit.

Bei der Wiederzusammenführung der "richtigen" Töchter mit dem jeweiligen Elternteil verlieben sich die Eltern jedoch wieder ineinander.

Mein Fazit
“Das doppelte Lottchen” von Erich Kästner ist ein zeitloser Klassiker, der immer wieder gelesen werden kann!
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