Buchcover zur Rezension von "Das Haus der Mädchen"
Leni Fontane - wegen eines Praktikums bei einem Verlag für ein paar Wochen nach Hamburg gezogen - freundet sich mit ihrer Zimmernachbarin Vivian an.
Die verschwindet nach kurzer Zeit scheinbar spurlos.
Freddy Förster ist einmal ein erfolgreicher Mann gewesen, nun lebt er auf der Straße, hat alles verloren.
Zufällig beobachtet er den kaltblütigen Mord an dem Krankenpfleger Oliver am Steuer seines Wagens.
Leni macht sich auf die Suche nach ihrer Freundin, Freddy möchte herausfinden weshalb Oliver erschossen wurde.
Dazu kommt der Kommissar Jens Kerner mit seiner Assistentin Rebecca, die auf der Suche nach einem weiteren verschwundenen Mädchen aus Lenis Wohnung sind.

Alle vier suchen denselben Täter, alle vier stecken in ernsten Schwierigkeiten.



Andreas Winkelmann liebt in diesem harten Thriller den Perspektivwechsel.
Kurze, knappe Kapitel mit sich ständig ändernden "Erzählern", dazu die Sichtweisen des mysteriösen Täters und als - gruseliger Höhepunkt - die der weiblichen Entführungsopfer machen "Das Haus der Mädchen" zu einem ganz besonderem Leseerlebnis.
Leni Fontane als zunächst etwas naives Landei, dass an den Herausforderungen der Großstadt zunächst zu scheitern droht, dann jedoch über sich hinauswächst ist fast ein wenig zu klischeehaft geraten.
Der gescheiterte Freddy Förster ist keine Neuerfindung des (Anti)helden aber sympathisch und nachvollziehbar als Protagonist konzipiert.
Bemerkenswert ist die Figur des Olivers, der relativ viel Platz vom Autoren eingeräumt bekommt, obwohl er recht bald "den Löffel abgibt" und somit die Geschehnisse beginne lässt.
Das ist doch eher ungewöhnlich.
Die beiden Polizisten sind eher wieder altbacken geraten, sind sie doch regelmäßig in Opposition zu ihren Chefs unterwegs oder ermitteln auf eigene Faust.
Nichtsdestowenigertrotzdem ist der Stil sehr flüssig, lässt sich hervorragend lesen.
Ständig werden falsche Fährten gelegt, die auch nach etwas kritischerem Hinterfragen logisch sind.
Ich erwischte mich mehr als einmal dabei, dass ich dachte die Lösung wäre greifbar, um dann drei Seiten weiter festzustellen, dass nichts aber auch gar nichts so ist wie es scheint, da immer wieder unvorhergesehenes geschieht.
Zusätzlicher Pluspunkt sind die gut beschriebenen Örtlichkeiten, die ich als Hamburger recht gut nachvollziehen konnte, das gibt noch einen Lokalbonus.

Meiner Meinung nach uneingeschränkt zu empfehlen!
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