• Der Marschenmörder
  • von Werner Brorsen
  • September 2008
  • Thriller erschienen im Boyens Verlag

Timm Thode hat es satt, sich von seinen Geschwistern und seinem Vater weiter demütigen zu lassen. Eiskalt faßt er den Entschluß seine Familie zu töten.
Und das zieht er durch, die Dienstmagd - siebzehn Jahre alt - seine Schwester, die drei Brüder, beide Eltern erschlägt er brutal mit der Handspake, mit der Axt. Danach legt er Feuer um die Spuren zu verwischen doch es dauert nicht allzu lang, bis es den Ermittlern gelingt anhand von einfachen Verhören die Schlinge langsam enger zu ziehen.

Auf den Ersten fünfzehn Seiten schildert der Autor ganz plastisch den Mord an nicht weniger als sieben Menschen. So ist jedem Leser klar wer der Täter ist, sogar das Motiv ist geläufig.
Und obwohl dem Leser klar ist, warum und weshalb der Täter aktiv ist entwickelt der Autor Brosen doch eine ganz eigene Spannung.
Der Fall ist auf 1866 datiert, einer Zeit in der die polizeiliche Ermittlungsarbeit bestenfalls noch in den Kinderschuhen steckte, eine große Handvoll Aberglaube noch aktiv und der Zusammenhalt der dörflichen Clique recht groß war.
Dementsprechend hat es der "hochdeutsch" sprechende Ermittler auch sehr schwer sich mit der "platt" schnackenden Landbevölkerung.
Er gehört einfach nicht dazu.
Der Täter wäre aus heutiger Sicht allein anhand seiner Krankengeschichte strafmildernd behandelt worden, doch damit war damals nicht zu rechnen gewesen.
Nett, doch auch einschränkend, sind die vielen Passagen in denen der Autor die Personen einfach dithmarscher Plattdeutsch schnacken läßt,was einfach nicht jedem Leser geläufig ist.
Als zusätzliches "Manko" läßt Brorsen seine Helden in der Gegenwart agieren, nicht wie viele andere einfach in der Vergangenheit.
Doch wer sich darauf einläßt, dem bietet sich ein hochspannender Heimatkrimi.

FAZIT: wirklich lohnend!!!
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