• Soldaten: Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben
  • Sönke Neitzel und Harald Welzer
  • April 2011
  • Sachbuch erschienen im Fischer Verlag

 

Schon seit Beginn der Kriegsführung ist es wohl unbestritten, dass Informationen Schlachten entscheiden. Egal ob unter Folter, durch Erspressung, duch Unbedachtheit oder heimliches Lauschen...Wissen verleiht Macht. Die beiden Autoren Neitzel und Welzer, die beide lange Jahre nach dem zweiten Weltkrieg geboren wurden, haben in langen Sitzungen die Protokolle analysiert und zusammengetragen, die die Briten und Amerikaner seinerzeit anfertigten. Die Kriegsgefangenen aller Waffengattungen, egal welchen Rang sie innehatten wurden systematisch abgehört. Dadurch erhofften sie sich neben militärischen Aufschlüssen auch Informationen darüber, wie die "einfachen" Landser, wie die Generalität zum Führer steht.
Was wußten, bzw. dachten die Truppen über die Judenvernichtung.
Das Buch gibt eine Vielzahl teils abstoßend-menschenverachtender, teils erbarmungswürdig-naiver Meinungen und Gedanken wieder.
Dazu kommt ein punktgenauer, messerscharfer Vergleich mit dem was in Soldaten von heute - siebzig Jahre später - vorgeht.
Sehr passend zum Verkaufsstart des Buches kommt natürlich die Reihe in der Zeitung mit den vier großen Buchstaben, die wieder einmal die Frage aufwirft, ob wir uns generell für die Wehrmacht schämen müssen.
Ebenso wenig wie die Zeitung wird dieses Buch die Frage beantworten können, spannend finde ich allein schon die Idee.

Fazit: bestimmt eine spannende Geschichtsstunde
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