• Buchtitel: Wenn das Leben foul spielt
  • Autor: Thorsten Legat und Hubert Meyer
  • erschienen: September 2014
  • Verlag und Genre: Die Werkstatt mit einer Autobiografie

Thorsten Legat hat Platz genommen und zusammen mit Hubert Meyer sein Leben ausgeleuchtet um es in Buchform nun auch auszubreiten.
Aufgewachsen ist er unter der Fuchtel seines trunksüchtigen Vaters, der seinen Sohn häufig mißhandelte. Nicht nur er wurde verprügelt, nein, gleich die ganze Familie dazu.
Allerdings musste er die sexuellen Erniedrigungen seines Vaters erdulden.
Und wieviel, wie oft muss der Vater zugelangt haben, damit der eigene Sohn ihm "den Tod wünscht"?
Trotz so schlechter Voraussetzungen biß der "Rüpel" aus dem Pott sich nach oben.
Von seinen Fußballgegnern gefürchtet gelangte der teils geniale Spieler über Bochum, Schalke oder Eintracht Frankfurt bis zur Deutschen Meisterschaft 1993 mit Bremen.
Mehr als zweihundertvierzig Spiele für die Bundesliga standen nach seinem Abschied auf der Uhr.
Für die Nationalmannschaft reichte es leider nie.
Nach der aktiven Zeit folgte nach eigenem Bekenntnis der zunächst langsame, dann immer konsequentere persönliche Abstieg.
In der Silvesternacht auf 1997 prügelt er einen Mann so windelweich, dass dieser ins Krankenhaus muss. Der Suff drohte die Ehe zu ruinieren...2007 dann die Anzeige wegen Körperverletzung, dazu soll ein Samuraischwert im Spiel gewesen sein.
Selbmordgedanken...

Doch er hat sich wieder emporgearbeitet...arbeitet als Trainer beim 1.FC Wülfrath in der Landesliga.Immerhin!



Oh...Thorsten Legat benötigt Geld ist mein erster Gedanke gewesen als mir das Buch in die Hände fiel. D.h. Nein, ich musste erstmal nachschauen wer denn noch mal Thorsten Legat gewesen ist...für einen gefallenen Superstar von RTL definitiv zu alt.
Ein bißchen mit der Materie beschäftigt wurde mein Interesse geweckt und ich las mich rein in die zweihundervierundzwanzig Seiten des fünfundvierzig Jährigen ehemaligen Profifussballers. Und wie so oft bei den Opfern von sexueller oder anderer Gewalt haftet an der öffentlichen Verarbeitung ein gewisses Geschmäckle.
Warum kommt man erst jetzt damit?
Dient die Enthüllung, zumal sie häufig genug gegenüber jemanden der nicht mehr Lebt oder in der Lage ist sich zu wehren, eventuell nur der Steigerung der Verkaufszahlen?
Mit solchen Fragen müssen die Ofer sich dann noch mal auseinandersetzen, auch wenn die Veröffentlichung für sie selbst eventuell nur ein erster Schritt zur Therapie gewesen ist.
Wie auch immer...die ganzen Hintergründe kennt ohnehin nur der Schreiber selbst.
Aber dies nur am Rande.
Kurzweilig, ziemlich gnadenlos beschreibt Legat sein Leben. Das muss man ihm lassen.
Anekdoten von ständigen Besuchen in der Umkleide durch die Frau von Bremen Trainer Otto Rehhagel, gern auch intensiverem Körperkontakt werden beschrieben, genauso wie von den Wutausbrüchen des charismatischen Trainers, die in beinah jede Lebenslage seiner "Schützlinge" hineingingen.
Das alles liest sich gut und die Larmoyanz hält sich zum Glück auch in Grenzen.


Nicht lohnens- aber lesenswert!!!





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