• Der Hof
  • geschrieben von Simon Beckett
  • Februar 2014
  • Thriller erschienen im Wunderlich Verlag

Mitten im Süden Frankreichs, auf einem einsamen, heruntergewirtschafteten Bauernhof kommt der junge Sean wieder zu sich.
Ein Fuß ist nicht viel mehr als Matsch, nachdem er in eine rostige Eisenfalle trat als er auf der Flucht vor der Polizei gewesen ist.
Arnaud nennt sich der stets übellaunige Hofherr, Mathilde ist die eine seiner beiden Töchter, die sich mit viel Hingabe um den ungebetenen Gast kümmert. Gretchen ist die zweite. Dazu kommt das Kleinstkind Michel.
Alle vier Erwachsene haben ihre Geheimnisse.
Und alle vier werden in der Hitze des Sommers immer nervöser.
Sean fängt an Fragen zu stellen. Das mögen die drei anderen aber nicht gern.

Zwei Erzählstränge bietet der Autor Beckett seinen Lesern an.
Zum einen erfährt man alles über die Flucht des Sean und wie er in die Gott verlassene Gegend gerät, geschrieben in der "Ich"-Form.
Der andere Erzählstrang spielt in der britischen Hauptstadt. Dort dröselt Beckett allmählich auf, weshalb es zu der Flucht überhaupt kam.
Beide Erzählstränge besitzen durchaus ihren Reiz.
Beckett schildert seine Protagonisten und ihre Erlebnisse in ruhigen Worten, wobei im ersten Teil einige Kürzungen nicht verkehrt gewesen wären. Doch gerade im weiteren Verlauf wird eine düstere Atmosphäre aufgebaut, die ihre ganz eigene Spannung beherbergt. Dazu betont der Autor die Hitze der Gegend über die Maßen.
Man scheint spüren zu können, wie der Kessel sich weiter und weiter aufheizt und das es nur eine Frage der Zeit ist, wann das gefährliche Gemisch explodiert.
Dabei verzichtet das Buch auf blutrünstige Einlagen oder allzu große Actioneinlagen. Gerade die nicht vorhandenen Gemetzel gefielen mir sehr gut, beweißt dieser Thriller doch, das Spannung auf keinen Fall gleichbedeutend mit Folter oder Grausamkeiten ist. Trotzdem werden menschliche Abgründe beschrieben, die zwar nicht komplett überraschen, aber doch sprachlos machen.
Zwar ahnt man schnell worin die Geheimnisse des kleinen Hofes bestehen, doch die Figuren besitzen allesamt mehr als eine Dimension, wurden glaubhaft beschrieben,handeln durchweg nachvollziehbar.
Das ist in diesem Metier leider auch nicht immer gegeben, fällt hier aber positiv auf.

Meiner Meinung nach ist "Der Hof"gut zu lesen, wenn man von einigen Längen absieht!!!

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