Geschäftsmann

Wie man sich attraktiver für den Arbeitsmarkt macht

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Jobsuche ist ein schwieriges Unterfangen. Allein die Bewerbung bereitet vielen schon große Probleme. Will man einen Ratgeber kaufen, überwältigt einen die Auswahl und inhaltlich sagen auch noch alle etwas anderes. Was also hilft, sich vorteilhaft auf dem Arbeitsmarkt zu präsentieren?

Bewerbung die zur Persönlichkeit passt

Professionelle Bewerbungsschreiber preisen ihre Dienste an und verpassen jedem ein pfiffiges Anschreiben. Dabei wird die Persönlichkeit des Bewerbers mitunter außer Acht gelassen und eine schüchterne Bürokauffrau wird als Heldin am Telefon dargestellt, die sie aber gar nicht ist. Der oberste Grundsatz für die Bewerbung muss daher sein, dass sie authentisch ist. Natürlich ist es erlaubt, sich Hilfe zu suchen und auch Profis die Bewerbung schreiben zu lassen. Wichtig ist jedoch, dass man selbst hinter dem stehen kann, was in der Bewerbung drin steht.

Die Arbeitsagenturen haben übrigens Angebote, wie den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS). die es Arbeitsuchenden ermöglichen, sich unterstützen zu lassen, ohne die Kosten selbst tragen zu müssen. Mit diesem Gutschein können zugelassene Bildungsdienstleister oder Arbeitsvermittler tätig werden und diesen bei der Arbeitsagentur einlösen.

Die Angebote reichen von einem Coaching, der Hilfe beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen bis hin zur Vermittlung in eine versicherungspflichtige Tätigkeit. Selbst Fachkenntnisse können via AVGS-Einsatz vermittelt werden. Dies hilft vor allem Wiedereinsteigern nach längeren Pausen durch Erziehungszeit oder Krankheit und kann EDV Kurse oder Kassentraining beinhalten, aber auch andere Themen aus dem jeweiligen Berufsfeld abdecken.

Das Anschreiben muss unterschrieben werden und nur wenn bei der Unterschrift wirklich ein gutes Gefühl vorhanden ist, ist das Anschreiben auch passend. Wer sich übertrieben positiv dargestellt sieht oder meint, dass unwichtige Tätigkeiten zu hochtrabend beschrieben wurden, sollte nicht zögern und entweder den Text selbst verändern oder vom Profi ändern lassen.

Weiterbildungen und Berufserfahrung

Der Lebenslauf ist natürlich ebenso wichtig wie ein gutes Anschreiben. Hier muss vor allem die Berufserfahrung hervorgehoben und dargelegt werden, welche speziellen Kenntnisse vorliegen. Zwar zeigt die rege Teilnahme an Weiterbildungen, dass Lernbereitschaft und Engagement vorhanden ist, es sollte jedoch nicht wahllos jede Bildungsmaßnahme angeführt werden, sondern auf das Stellenangebot passend, sorgfältig auf die Auswahl geachtet werden.

Bei der Berufserfahrung lassen viele Bewerber ihre Minijobs unter den Tisch fallen. Dies ist vor allem dann fatal, wenn ausgerechnet diese zu der angestrebten Stelle sehr gut passen. Es ist unwichtig ob Kenntnisse und Fertigkeiten in einem Fulltimejob oder einem Minijob erlangt wurden, sie sind immer erwähnenswert.

Über die Sortierung nach Datum vorwärts oder rückwärts streiten sich die Ratgeber. Tatsächlich scheitert es in den seltensten Fällen daran, ob der Lebenslauf chronologisch korrekt angeordnet wurde. Wichtig ist, dass Personalentscheider schnell die wichtigsten Informationen entnehmen können. Bei mehreren verschiedenen Beschäftigungsbereichen wäre daher auch eine sachliche Sortierung sinnvoll, die an erste Stelle setzt, was zur ausgeschriebenen Stelle passt.

Ehrlichkeit vor Schönmalerei

Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt aufgrund von Beschönigungen im Lebenslauf und Anschreiben zu erreichen, kann böse nach hinten losgehen. Hinzuerfundene Kenntnisse werden von Arbeitgebern vorausgesetzt. Hier fällt dann ziemlich schnell auf, wo es Defizite gibt. Es ist daher immer besser, Lernbereitschaft zu signalisieren, um sich fehlende Kenntnisse anzueignen.

Kreative Ersatzworte für Erziehungszeit oder Arbeitslosigkeit sind inzwischen ebenfalls out. Familienmanager/in oder aktiv Arbeit suchend können also getrost gestrichen werden. Trotzdem können Ehrenämter oder Engagement in der Familie den Lebenslauf bereichern. Wer einen Angehörigen bis ans Sterbebett begleitet hat, wird mitunter ein empathischer Pflegehelfer sein, als ein Berufspfleger, der von Arbeitsbedingungen und Tätigkeit desillusioniert ist. Hier ist es wichtig, die richtige Balance zu finden.

Kritische Zeiten im Leben werden ebenfalls gern schön umschrieben. Tatsache ist doch, dass ein Bewerber nach einer Krise sehr viel gelernt hat. Und selbst wer sich in der Jugend ein paar Jahre als Weltenbummler durchgeschlagen hat, muss sich doch dafür nicht rechtfertigen. In der schriftlichen Bewerbung wird dies nur angemerkt und im persönlichen Gespräch, kann dann auf Nachfrage darüber gesprochen werden. Besonders schwierig ist der Umgang mit längerer Krankheit. Hier gilt der Grundsatz: Wenn die Gesundheit durch die Arbeit gefährdet wäre, würde ich mich gar nicht erst bewerben. Damit können sämtliche Nachfragen abgebügelt werden, ohne unhöflich zu wirken.

Design – ja oder nein?

Ob eine Bewerbung mit tollem Design etwas bringt, hängt immer noch vom Inhalt ab. Drum kaufen die wenigsten Menschen ihre Bücher nur nach dem Cover. Natürlich darf Design sein, vorausgesetzt die eigenen Fähigkeiten reichen aus, es umzusetzen. Aber hier kommen das Problem des persönlichen Geschmacks und die Frage der Lesbarkeit ins Spiel. Was, wenn der Personalentscheider das sorgfältig gewählte Türkis nicht ausstehen kann? Auf Firmenlogos usw. sollte ohnehin verzichtet werden. Sie unterliegen einem Urheberrecht und dürfen gar nicht ohne weiteres verwendet werden, auch wenn viele Bewerbungstrainer das eine Zeitlang sehr favorisiert haben. Cliparts sind unnötig, das einzige Bild, das erlaubt ist, ist ein Bewerbungsfoto. Immerhin geht es hier um eine Bewerberinformation und nicht um eine Kinderbuchillustration.

Berufe, die eine gewisse Kreativität erfordern, dürfen natürlich auch mit kreativen Unterlagen beworben werden, doch im Zweifelsfall ist weniger mehr. Vor allem wenn die eigenen Computerkenntnisse nicht ausreichen, um selbst etwas Ansprechendes zu erstellen, sollte lieber verzichtet werden. Der Arbeitgeber setzt sonst Kenntnisse voraus, die nicht vorhanden sind.

Designs die im Internet zu haben sind, sind wie Kleider von der Stange. Wer damit beruflich zu tun hat, kennt sie und weiß, wo es sie gab. Das gilt übrigens nicht nur für farbige Briefköpfe und Deckblätter, sondern auch für Mustertexte. Nichts ist langweiliger als dieselben Phrasen mehrmals lesen zu müssen. Da wird tatsächlich eher über ein fehlendes Komma oder einen Tippfehler hinweggesehen, als über einen fertigen Text aus dem Internet.

Fazit: Die Suche nach einem Arbeitsplatz hat durchaus etwas gemeinsam mit der Partnerwahl. Man möchte einen guten Eindruck machen, doch am Ende muss man zueinander passen. Dies kann nur durch Authentizität erkannt werden, daher ist es wichtig, sich zu zeigen wie man ist. Wer ein Schauspiel abliefert und eine extrem aufgewertete Bewerbung abgibt, erzeugt einen hohen Erwartungsdruck, dem er standhalten muss. Eine Absage ist in der Tat manchmal besser, als eine Zusage zu einer Stelle, an der man sich nicht wohlfühlt. Lieber etwas länger suchen und das Richtige finden, als das erstbeste nehmen und bald wieder neu zu suchen.

Bild: pixabay.com / Free-Photos

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