Buch zur Kritik: Die Feuerzangenbowle: Eine Lausbüberei in der Kleinstadt

Klassiker: Die Feuerzangenbowle von Heinrich Spoerl

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Jeder kennt vermutlich den auch nach beinah 100 Jahren noch immer amüsanten Klassiker "Die Feuerzangenbowle", von Heinz Rühmann hinreißend gespielt, mit auch heute noch funktionierenden Gags, sowie Sätzen, die in die deutsche Sprache eingingen (aber jeder nur ein winziger Schlock).
Zu meiner Überraschung funktioniert die Geschichte des jungen Mannes, der nur zu Hause unterrichtet wurde, das Abitur besitzt und aus einer Alkohollaune heraus noch einmal das Abitur in einer öffentlichen Schule nach machen möchte auch als Buchform noch sehr gut.
Natürlich muss man sich darauf einlassen, dass in einer reinen Jungenschule des Jahres 1933 ganz andere Sitten herrschten als heutzutage.


Die Lehrerschaft sind Honoratioren, Respektspersonen gewesen, nicht so wie heute.


Bemerkenswert finde ich, wie der Autor Spoerl die Lehrer (natürlich auch hier ausschließlich Männer) auf der einen Weise auf den Arm nimmt, es jedoch nie wirklich an Respekt mangeln lässt.
Lustig ist zudem, dass der Film anscheinend eins zu eins die Mundarten übernommen hat, so spricht Oberstudienrat Bömmel in feinstem niederrheinischen Dialekt (watt is en Dampfmaschin?)
Das alles ist rundum nett zu lesen, der heitere Roman bringt es mittlerweile auf sage und schreibe 106 Auflagen.
Hinzu kommt das der Autor Heinrich Christian Johann Spoerl die ganze Geschichte auch nicht so bierernst nimmt, flotte Formulierungen einbaut und auch ein ordentliches Tempo auffährt.
Er kommt mit 242 Seiten aus. Dabei bekommt jeder Lehrer, sowie jede weitere Hauptfigur eine solide Hintergrundgeschichte.
Einige Figuren wie zum Beispiel Pfeiffers Vermieterin Frau Windscheid bekommt viel mehr Raum zugesprochen, so wird Hans Pfeiffer (im Buch übrigens erst 24 - nicht wie Heinz Rühmann seinerzeit schon jenseits der 40) von ihr vielmehr unterstützt, da er sie an ihren Sohn erinnert.
So schließt sich die ein oder andere Logiklücke, die der Film doch hinterlassen hatte.
Unglaublich, dass der damalige Erziehungsminister Bernhard Rust versuchte den Film zu verbieten, da er die Autorität der Schule gefährdet glaubte.

 

Mein Fazit
“Die Feuerzangenbowle – eine Lausbüberei in der Kleinstadt” von Heinrich Spoerl ist auch in heutigen Zeiten noch gut zu lesen und vergnügliche Unterhaltung.

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