Buch zur Kritik: Die Nordseefalle: Ein Theodor-Storm-Krimi

Tilman Spreckelsen: Die Nordseefalle

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Heimatdichter und Jurist Theodor Storm sowie sein undurchsichtiger Schreiber Peter Söt sind zum vierten Mal gefragt.

Es ist der Sommer des Jahres 1844 als das ungleiche Duo zu einem ganz besonderen Fall ins Husumer Schloss gerufen werden.

Ein hoher dänischer Beamter ist auf dem Weg von einer Wirtschaft nach Hause erstochen worden, praktischerweise blieb sein Zechkumpan Dahl direkt neben der Leiche liegen, blutbeschmiert und auch noch Besitzer der Mordwaffe.

Doch ist Dahl wirklich der Täter?

Er ist so besoffen gewesen, dass er keinerlei Erinnerungen an die Nacht hat.

Übler Weise erklärt sich die dänische Gerichtsbarkeit für den Fall zuständig, so dass Storm und Söt nicht viel Zeit bleibt, da der vermeintliche Täter nach Kopenhagen transportiert werden soll.

So machen sich die beiden Ermittler, sowie der "Aufpasser" Brinkmann auf den Weg nach Föhr

Dort verbringt seine Majestät, der dänische König, seit ein paar Jahren seinen Sommerurlaub zusammen mit seiner Entourage.

Storm möchte auf jeden Fall erreichen, dass Dahl nicht so schnell nach Kopenhagen gebracht wird, da er von dessen Unschuld überzeugt ist.

Schließlich überstürzen sich die Ereignisse: in Husum werden zwei vollkommen verbrannte Leichen aus einem Brennofen gezogen, auf Föhr wird ein dänischer Offizier harpuniert, der vermeintliche Täter - ein ansässiger Schmied - flüchtet zunächst.

Und mittendrin die drei aufrechten Husumer, die versuchen doch noch an ihr Ziel zu kommen.

Seit Bestehen dieser Buchreihe bin ich ein Fan von ihr.

Ich mag den Schreibstil des Autoren Spreckelsen, bei den Fällen geht es zur Sache - die Lösungen lassen sich nachvollziehen und mit dem regionalen Bezug sowie der bewegten Zeit vor 180 Jahren ergibt sich daraus ein flotter Mix.

Dies ist zumindest bisher der Fall gewesen.

Bei dem Fall Nummer vier geht das oben genannte leider nicht ganz auf.

Die Geschichte ist furchtbar unübersichtlich und scheint zwischendurch nur dahinzutröpfeln, es sind viel zu viele Figuren (ich bin das erste Mal dankbar gewesen, dass der Autor am Ende des Buches eine Übersicht der aktiven Figuren abgebildet hat, so konnte ich noch mal kurz nachschauen, wer mit wem in welcher Beziehung steht.)

Dazu hat Spreckelsen auch noch die Idee gehabt mit Emma Kühl eine Figur des vorhergehenden Teils wieder auftauchen zu lassen.

Die Dame dient zwar zwischendurch als wichtige Informantin der Insel Föhr, bleibt aber undurchsichtig.

Woher hat sie die ganzen Informationen?

Leider muss man diesem Teil der Reihe auch bescheinigen, dass viel zu lange nichts passiert.

Endlos wird beschrieben wie von Wyk nach Nieblum gelaufen oder gefahren wird.

Das langweilt.

Sehr schön sind wieder einmal die blumigen Beschreibungen der Zeit, sowie die detaillierten Schilderungen der Örtlichkeiten.

Mein Fazit
“Nordseefalle” von Tilman Spreckelsen ist ein leider teilweise langatmiger Krimi!
Spoiler zu 'Die Nordseefalle' - hier klicken
Der ehemalige Studienfreund Storms namens Henrik Sterfors entpuppt sich als illegitimer, irrer Sohn Königs Christian des VIII. Der König, hat mit seiner Gattin keinen Sohn gezeugt, so dass die Krone an dessen Bruder gehen wird. Allerdings zeugte er eine handvoll Bastarde, die er alle in und um Husum untergebracht hat.

Sterfors nun ermordet der Reihe nach seine männlichen Halbgeschwister, um eines Tages doch an die Krone zu kommen.

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