Cover des Buches von "Der Löwe von Afrika"
Während es ersten Weltkrieges gelingt es dem legendärem General Paul Emil von Lettow-Vorbeck mit seiner kleinen eingeborenen Askari-Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika jahrelang einer vielfachen britischen Übermacht nicht nur standzuhalten, sondern auch durch den Einmarsch in Rhodesien deren Etappenlinie ernsthaft zu bedrohen.
Ohne Rücksicht auf Verluste und eigene Befindlichkeiten bewies der General von Lettow-Vorbeck wie durch eine - seinerzeit - neuartige Art des Guerillakampfes die klassischen Kampfstrategien großer Heere einfach ins Leere liefen.
Wie wichtig dabei die Kenntnis des eigenen Terrains ist, welche gewaltigen Vorteile dies im Kampfe ist, kommt der kleinen tapferen Truppe überwältigend zu vor.
Mut, Ausdauer und Beharrlichkeit dieser kleinen, leider beinah vergessenen Truppe so zur Geltung, dass die Britten sie nach Beendigung der Kämpfe unbesiegt nach Hause ziehen ließen.




Geschichten des ersten Weltkrieges werden heutzutage ja durchaus negativ gesehen, sind unsere Vorfahren doch durchweg Sklaventreiber, schlimmste Rassisten und/oder Nazis gewesen, ohne dass es diesen Ausdruck damals schon gegeben hätte.

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Der Roman des Schriftstellers Stevenson erschien 1983. Dieser ist selbst ein ehemaliger Kampfflieger und Kriegsberichterstatter gewesen. Dies ist viele Jahre her, doch damals gab es sogar noch Zeitzeugen, wenn auch hochbetagt.
William Stevenson schrieb seinerzeit einen spannenden autobiografisch geprägten Roman, der den "Löwen von Afrika - General von Lettow-Vorbeck - als durch und durch preußischen Menschen (pflichtversessen, humorlos)aber eben auch als Menschen schildert.
Paul von Lettow-Vorbeck lebte für das Kaiserreich, behandelte seine Untergebenen hart allerdings gerecht. Für seine Vorstellung der bedingungslosen Pflichterfüllung ließ er sogar seine große Liebe ziehen. Einhundertzwanzigtausend Mann zählte seinerzeit die Armee der Britten.
Von Lettow-Vorbeck verfügte über etwas mehr als eintausend Eingeborene sowie einige hundert weiße Siedler, das ist alles gewesen.
Trotz dessen gelang es ihm sogar bis über das Ende des ersten Weltkrieges hinaus zu kämpfen. Erst 1919 musste er die Waffen strecken, was die Britten mit einem freien Geleit goutierten. Etwas bis heute einmaliges.
General von Lettow-Vorbeck starb übrigens erst 1964 - sechs Jahre vor seinem hundertstem Geburtstag!
Der Roman ist sehr dicht geschrieben.
Spannend bis zum letzten Satz werden die Geschehnisse beschrieben, dichterisch erweitert. Dabei verbirgt der Autor nicht seine Achtung vor dem deutschen Gegner, was für einen Autor der "Gegenseite" nicht unbedingt normal ist. Es zeigt sich außerdem eine ehrliche Achtung vor der Leistung der Eingeborenen, die scheinbar mit ihrem deutschen "Führer" eine große Verbindung verinnerlichten. Dies ist heute selbstredend nicht gern gehört, wird sogar negiert.
Die Frage lautet natürlich: ist es falsch, weil darüber nicht mehr erzählt wird?
Ich denke nicht.

Nichtsdestowenigertrotzdem: ein schöner, spannender Schmöker für lange Abende!



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