Der goldene Handschuh von Heinz Strunk

Cover des Buchues "Der goldene Handschu" von Heinz Strunk
Buch "Der Goldene Handschuh"

Fritz Honka, Mitte dreißig, lebt in einer schmierig-siffigen Bude in Hamburg.

Freunde hat er keine, lediglich sein Bruder Siggi kommt halbwegs regelmäßig zu Besuch. In der Kneipe "Der goldene Handschuh" trifft Bodensatz von Hamburgs Abschaum auf gut situierte Mittelschicht, die auf der Suche nach einem letzten Absacker sind.

Doch die meisten Gäste sind Säufer, Gelegenheitsnutten, Landstreicher, Gesocks jeglicher Art.
In dieser Kneipe geht Fritz Honka, der hier nur "Fiete" genannt wird, ein und aus.
Hier lernt er die Frauen kennen, die niemand kennen möchte, die keine Verwandtschaft haben, die auch niemand vermisst wenn sie verschwinden.
Für vier von Ihnen beginnt ein widerlicher Horrortrip...

"Der Goldene Handschuh" - was für ein abstoßendes Buch!

Aufmerksam wurde ich durch die Werbung für die Fatih Akin Verfilmung des Romanes zu Beginn des Jahres.
Den Film sah ich mir an, ein einziges, schmieriges Etwas auf Celluloid.
Nach der Ansicht des Streifens wollte man sich am Besten sofort die Hände waschen!

Das Buch ist nicht weniger schmierig, weißt jedoch einige gravierende Änderungen auf.
Im Film dreht es sich quasi ausschließlich um die fünf Jahre in denen Honka von 1970-1975 mordete.
Jede Tat wird quälend lang en detail gezeigt, unterbrochen von furcht-baren Sexszenen, gruseligen Besäufnissen oder abartigen Gelüsten (Stichwort Knackwurst).
Es gibt keine Hoffnung, nur eine einzige Person als Sympathieträger.
Wahrlich hoffnungs- und trostlos.
Der Thriller ist nicht weniger eklig, die beschriebenen Szenen drastisch und auch voll von perversen, unsympathischen Typen.
Doch der Roman hat mit der zwischengeschobenen Geschichte des zwar grundhäßlich-linkischen Wilhelm Heinrich von Dohrem und seiner angebeteten Schulfreundin Petra einen kleinen positiven Hoffnungsschweif zu bieten.
Wilhelm Heinrich von Dohrems Familie ist schwerreich (gewesen), die upper class also.
So bietet der Roman zum einen diese ganzen furchtbaren Verlierer in der Halbwelt des Fritz Honka genauso wie die - nicht minder - unglücklichen Gestalten der scheinbar gut situierten Reeder Familie Dohrem.
Die Gestaltung des Romans besitzt seinen ganz eigenen Sog, es geht grotesk lustig zu, geradezu absurd.
Zwischendurch ist die Brutalität kaum zu ertragen, schwer zu glauben, dass es wirklich so zugegangen sein kann, ohne das ein Nachbar vorher aufmerksam geworden ist.
Der Schreibstil ist besonders. Der Autor lässt die Protagonisten Slang sprechen, dreckig und unflätig sowieso.
Dabei schafft er es keine der Figuren den Lesern irgendwie wirklich nahe zu bringen.
Weshalb hat Fritz Honka diesen furchtbaren Hass?

Ein wenig erfährt man im Roman über die Vergangenheit von Honka, dass sagt aber nur wenig aus, außer das er ein geborenes Opfer gewesen zu sein scheint.(Dieser Teil erhält im Film überhaupt keine Erwähnung).
Die Kindheit ist sehr schwer gewesen, dass war die von seinem Bruder Sigfried allerdings auch (der hat aber scheinbar nicht gemordet).

Desweiteren gibt es ebenso keinerlei Erklärungen dafür, weshalb die Frauen zu dem wurden, was sie waren, im Grunde bedauernswerte Opfer ohne Hoffnungen aber auch ohne eine einzige soziale Bindung.


So bleibt mit Heinz Strunk  "Der goldene Handschuh" zwar ein Buch, welches gut zu lesen ist aber doch unvollständig, nicht wirklich empfehlenswert.

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