An Honeckers Seite: Der Leibwächter des Ersten Mannes von Bernd Brückner

4.3
(4)
  • Buchtitel: An Honeckers Seite: Der Leibwächter des Ersten Mannes
  • Autor: Bernd Brückner
  • erschienen: Mai 2014
  • Verlag und Genre: Das Neue Berlin //Autobiografie

"Peter34" so ist der "Kampfname" des Autors in den eigenen Reihen gewesen. Bei praktisch jeder Gelegenheit ist er dem obersten Häuptling der Deutschen Demokratischen Republik nicht von der Seite gewichen. Und das mehr als dreizehn Jahre lang fast jeden Tag. Dabei bekommt man selbstverständlich einiges mehr mit, sieht die unbekannten, privaten Seiten des vorletzten Führers eines untergegangenen Landes.

Jetzt ist für jeden zu lesen, wie Erich Honecker tickte, welche Geheimnisse ihn umtrieben.

Mit achtundzwanzig Lenzen kam der Autor in das Sicherheitskommando Honecker. Das ist 1976 gewesen. Bis im Herbst 1989 der "Generalsekretär der Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und der Staatsratsvorsitzende der Deutschen Demokratischen Republik"(das hätte ich gern mal auf einer Visitenkarte gesehen) Erich Honecker zurücktreten musste, blieb er in dessen Diensten, leitete ihn sogar ab 1984. Weshalb dieses Buch fast fünfundzwanzig Jahre nachdem Honecker nicht mehr an der Macht ist herauskommt, ist vermutlich das größte Geheimnis. Vielleicht braucht der jetzige Altenpfleger Brückner nur ein wenig Geld. Aber warum auch immer er sich hingesetzt hat, um auf knapp zweihundertneunzig Seiten sein Wissen zu Papier zu bringen ist im Prinzip auch egal. Jedenfalls versucht er sich nicht im Nachhinein reinzuwaschen, verteidigt seinen ehemaligen Chef jedoch trotzdem nicht zu knapp. Von falschen Freunden ist zu lesen, jeder wollte den Job des Staatslenkers, niemand sagte ihm die Wahrheit, nämlich wie es wirklich im Lande aussieht...und ein einsamer Wolf der sich für Land und Leute aufopferte, ist er außerdem noch gewesen. Da können einem glatt die Tränen kommen. Wenn das nichts ist. Die Jagden in der Schorfheide, gern mehrmals die Woche, brauchte der Herr Honecker wohl um einiges zu kompensieren, wenn ihn mal wieder jemand enttäuscht hatte. Das ist alles mehr oder weniger belangloses Zusammengeschreibsel, wobei zumindest die politische Doktrin des Erich Honecker dem Leser erspart bleiben. Vermutlich kann man von einem ehemaligen Personenschützer auch nicht allzu viel erwarten, ist er doch bei der wichtigen Entscheidungsfindung eher Staffage. Immerhin lässt sich das Buch gut weglesen, man sollte aber mit den geschichtlichen Personen der untergegangenen DDR schon vertraut sein, wird es doch sonst wirklich schwierig nachzuvollziehen, wer da welche Strippen hinter den Kulissen zog. Unverständlich finde ich den Zeitpunkt der Herausgabe des Buches. Mit Ewiggestrigen oder Historikern dürfte die Größe der Interessengruppen doch recht überschaubar sein.

Wenig informatives Buch über den letzten Diktator auf deutschem Boden!!!

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