Erziehen ohne Schimpfen: Alltagsstrategien für eine artgerechte Erziehung (GU Einzeltitel Partnerschaft & Familie) von Nicola Schmidt

Erziehen ohne Schimpfen - Cover zur Buchkritik

Nein, angenehm ist es weder für die Kinder- noch für die Erwachsenenseite wenn geschimpft wird.

Es bedeutet einfach Stress für beide Seiten.

Und es gibt viele Möglichkeiten sein Kind zurechtzuweisen: mal bockt es, mal hat es etwas "verbrochen" oder es hört ganz einfach nicht.

Manchmal muss es einfach sein, schon um seinen Nachwuchs vor Unheil oder sich selbst zu schützen.

Doch was geschieht mit dem kleinen Menschen wenn er ausgeschimpft wird?

Was passiert mit dem Selbstwertgefühl, wie werden als Nebeneffekt die Bindung oder die Lerneffekte bedient?

Und was ist mit dem Schamgefühl der Eltern hinterher, der Frage. ob das jetzt schon wieder sein musste?

Nicola Schmidt würde das Schimpfen als Erziehungsmethode am Liebsten eliminieren.

Durch Ursachenanalyse, Tagesstrukturierungen oder simple Minuten-Übungen kann es gelingen aus Stresssituationen anders herauszukommen.

"Erziehen ohne Schimpfen..." tummelte sich wochenlang auf diversen Bestsellerlisten der größeren Wochenmagazinen Deutschlands.

Der Spiegel natürlich immer voran.

Als erziehende Person dreier Kinder kann ich sagen, dass nicht alles was Frau Schmidt auf ihrem 176 Seiten dünnem Ratgeber rät zum wegwerfen geeignet ist.

Aber doch erschreckend viel.

Tipps wie "haben Sie immer einen Tee und ein Stück Kuchen im Haus um entspannen zu können", "meditieren Sie doch einfach mal"  oder "Kinder bloß nicht kritisieren, da die Eigenentfaltung leidet" sind einfach Blödsinn.

Gut, Tee in Verbindung mit Kuchen schadet nicht aber weshalb soll ein Fehler nicht als Fehler benannt werden dürfen?

Man darf ja nicht vergessen, dass die Erziehung auch auf das weitere Leben vorbereiten soll, da hilft man niemanden indem man diejenigen mit Watte ummantelt.

An der Art und Weise wie zurechtgewiesen wird, da hat die Autorin recht, muss jeder individuell dran arbeiten, sicher ist es hilfreich nicht bei jeder Kleinigkeit aus der Haut zu fahren.

Prinzipiell gilt dieser Ratgeber mit den Hilfestellungen meiner Meinung nach eher für Kinder zwischen 1-8. Danach nicht mehr.

Zum Schutze der Autorin Schmidt muss man ihr zu gute halten, dass hier jemand meint berufen zu sein einen Erziehungsratgeber zu schreiben, der Politikwissenschaften studiert hat aber immerhin in diversen online Blocks Ratschläge gibt, wie man mit den lieben Kleinen umgehen sollte.

Außerdem lebte sie mit ihren Kindern in einem Steinzeitcamp auf einer schwedischen Insel.

Immerhin hat sie eigene Kinder.

Zudem ist leider die Struktur des Buches sehr chaotisch, was das Lesen unheimlich erschwert. Hier ein Tipp, da eine beschriebene Situation, im Anschluss eine Übung für ein Thema, das zwei Kapitel her ist.

Fazit:

Erziehen ohne Schimpfen: Alltagsstrategien für eine artgerechte Erziehung (GU Einzeltitel Partnerschaft & Familie) von Nicola Schmidt ist sein Geld nicht wert, Allgemeinplätze die man auch bekommt ohne bezahlen zu müssen. Mehr nicht.

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