Der Horror der frühen Medizin Buchcover
Leichen wurden geraubt.
Quecksilber ebenso verschrieben wie Opiate ohne Rücksicht auf Verluste.
Mit Operationen wurde der Pöbel blutigst unterhalten.
Nein, lustig sind die Anfänge der modernen Medizin mit Sicherheit nie gewesen.
Wie hoch die Todesrate der Erkrankten ist allein wegen der Tatsache, dass sie in die verdreckten Kliniken gebracht wurden, vermag niemand zu sagen.
Joseph Lister beginnt sein Studium in London im Jahre 1844.

Erst durch seine Neugier, seinen Verstand aber erst recht durch sein Durchhaltevermögen wird er die Medizin revolutionieren.



Joseph Lister lebte von 1827-1910 und gilt quasi als der Erfinder der "antiseptischen Chirurgie".
Neben seinem Beruf als Chirurg forschte er Zeit seines Lebens nach Möglichkeiten, die exorbitante Sterberate in britischen Krankenhäusern zu reduzieren.
Zum Glück mit Erfolg.
Sollte sich jemals jemand wünschen, wie gemütlich doch das Leben in der Mitte des 20.Jahrhunderts wohl gewesen ist (die Elektrizität steckte ja ebenfalls noch in den Kinderschuhen), der sollte sich bloß wünschen gesund zu sein.
Anekdote am Rande: damals musste das Geld zur Beerdigung parat sein, bevor man ins Krankenhaus ging.
Sicher ist sicher 😉
Das Buch ist keine reine Biografie, auch wenn man dies meinen könnte.
Der Joseph Lister ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte.
Doch bestimmt die Hälfte des Buches widmet Autorin Fitzharris mit viel Ausführlichkeit den vorherrschenden medizinischen Verhältnissen.
Das tut sie mit viel Hingabe und Verve, man merkt recht schnell, dass sie sich Medizinhistorikerin einen Namen erworben haben muss.
Da braucht man gar keine Psychopaten oder Monster erfinden, dass war der blanke Horror, leider auch blanke Realität. Wobei festzuhalten bleibt, dass sie nicht nur die medizinischen Verhältnisse genau schildert sondern sich ebenfalls ausführlich den allgemeinen Lebensbedingungen der damaligen Zeit widmet.
Lustig ist was anderes.
Die Autorin arbeitet sehr viele Zitate ein (der Anhang hat sage und schreibe 23 Seiten), was von einer Fleißarbeit für dieses Buch zeugt.
Der zweite Teil widmet sich dem Chirurgen und Forscher Lister, der schon als Kind von den Naturwissenschaften fasziniert gewesen ist, und dem Unzählige Menschen weltweit ihr Leben verdankten und auch heute noch verdanken.

Schaurig-spannende Geschichtsstunde

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