Gute Geister von Kathryn Stockett

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  • Gute Geister
  • von Kathryn Stockett
  • September 2012
  • Roman erschienen im btb Verlag

1962 als der Rassismus in den USA noch Gang und Gäbe ist, als die "Neger" noch wussten, wo sie hingehörten, da spielt dieses wuchtige Drama aus den Südstaaten. Erzählt wird die Geschichte von der jungen Eugenia Phelan, genannt Skeeter, die nur weg will aus dem verhassten Jackson, Mississippi, die eine Chance haben möchte, als Journalistin zu arbeiten. So steht das liberale New York für sie als Ziel felsenfest klar. Doch um dorthin zu gelangen, ist es ein weiter Weg. Sie verbündet sich mit den Dienstmädchen Abileen und Minny. Minny ist eine fantastische Köchin auf der Suche nach einer neuen Anstellung, Abileen darf zwar die Kinder ihrer Herrschaften hüten, dem guten Tafelsilber jedoch auf keinen Fall zu nahe kommen. So wagen die drei mutigen Frauen denn gegen alle Konventionen zu handeln, um etwas zu verändern für sich, genauso wie für so viele andere Schwarze in den USA...Und es kommt, dass die Autorin drei völlig wildfremde Charaktere miteinander, aufeinander und füreinander eintreten lässt, um die Welt zu verändern. Da ist die ergebene Abileen, Mitte fünfzig und eigentlich mit dem Leben schon innerlich am Ende. Kinny, die hervorragende Köchin, hat eine viel zu große Klappe und ist man gerade Mitte dreißig! Eugenia - Skeeter - rundet das Trio mit ihren jugendlichen Mitte zwanzig dann ab. Da sind schon von vornherein Spannungen vorprogrammiert. Das Ganze mit dem Hintergrund der Rassenunruhen der beginnenden sechziger Jahre ist purer Sprengstoff. So liest sich der Stoff durch die Hand weg in einem durch, ohne dass man das Buch aus der Hand legen will/kann. Die Abenteuer der drei sind teils hanebüchen, dass man laut protestieren möchte, teils grotesk-komisch, gerade wenn Minny ihr großes Mundwerk aufmacht. Doch sprachlose Wut macht sich genauso breit, wenn der (damals?!)allgegenwärtige Rassismus beschrieben wird, die die Herrschaften von Abileen zwar die Erziehung der eigenen Brut überlassen, zum Toilettengang wird aber eine eigene Hütte in den Garten gebaut! Auch Speisen für Neger haben m Kühlschrank für Weiße nichts zu suchen... Dazu muss man aber fairerweise auch sagen, dass es sich hierbei nicht um ein Sachbuch, sondern um einen Roman handelt. Trotzdem gelingt es dem Autor ein sehr dichtes Bild des Lokalkolorit. Ein Buch, das unheimlich bewegt und mitreißt. Dabei ist außerordentlich bemerkenswert, wie eindringlich die Autorin schreibt, ohne den moralinsauren Zeigefinger allzu sehr zu erheben. Das verspricht bei so einem Erstlingswerk, das wohl noch einiges folgen wird!FAZIT: Tolle Zeitgeschichte, hoch spannend erzählt!

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