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Infektion von Benn Tripp

  • Infektion
  • von Ben Tripp
  • 2011
  • Roman erschienen im Heyne Verlag

Eigentlich hat Sheriff Danielle Adelman am Nationalfeiertag weiß Gott genug zu tun, da die Touris ihre Kleinstadt Forest Peak traditionell in Beschlag nehmen und sie deswegen mehr als genug Arbeit hat.
Doch an diesem 04.Juli ist alles anders als sonst, da ihre kleine Schwester verschwunden ist...spurlos!
Und während sie versucht, den Spagat zwischen Arbeit und Privatem zu absolvieren, geschieht das unfassbare Grauen in ihrem kleinen Heimatstädtchen.
Aus dem Nichts taucht eine Herde verstörter, kranker Touristen auf, überrennen den kleinen Ort...und am Ende ist gar nichts mehr so, wie es mal gewesen ist!

Hier gibt es einen Horrotrip der Extraklasse, der Plot erinnert zwar sehr stark an das Tagebuch der Apokalypse, dass ich ja schon pro Band ansprach, ist aber in seinen Schockmomenten doch noch einige Grade härter!
Zunächst fallen die Betroffenen um wie die Fliegen ( zumindest nachdem sie eine Zeitlang schreiend umherliefen) um dann wieder als Zombies aufzustehen.
Es versteht sich von selbst, dass die immer größer werdende Schar hungernder Mißgeburten immer mehr Sehnsucht nach den zahlenmäßig wirklich gekniffenen Überlebenden bekommt.
Herrlich zu lesen! Dabei wird an Splatterbeschreibungen kaum gespart, jede mögliche Konstellation wird so ziemlich durchgegangen. Dafür nimmt sich der Autor auch beinah 650 Seiten Zeit!
So schwebt zwar über dem Ganzen ein echtes "deja vu" aber im Rahmen des möglichen  ist es wirklich vortrefflich gelungen. Es gibt starke Charaktere, die gut beschrieben sind, spannend  und knackig zu lesen ist es sowieso...übernatürlichen Humbug sucht man vergebens, da die Handlung in sich stimmig ist.
Der Ausgangspunkt ist selbstverständlich hergesucht, dafür hat man sich ja aber auch für ein solches Thema entschieden. Den Familiendramateil hätte man wahrscheinlich auch etwas straffen können, doch das bleibt meiner Ansicht nach das einzige Manko!

  FAZIT: Krasser Thrill!!!Sauber!!!


   

Back to Black: Amy Winehouse und ihr viel zu kurzes Leben von Alexander Schuller und Nicole von Bredow

  • Back to Black: Amy Winehouse und ihr viel zu kurzes Leben
  • von Alexander Schuller & Nicole von Bredow
  • Dezember 2011
  • Autobiografie erschienen im Goldmann Verlag

Keine dreißig Jahre ist die Londoner Jüdin mit der fantastischen Stimme geworden, doch dieses paar Jahre packte sie mit so viel Leben, wie viele achtzig Jährige es nicht vermögen.
Staunend, fassungslos konnte man - teils mitleidig - teils belustigt/betroffen - miterleben, wie es bis zum fast unausweichlichem Schluß nur noch bergab ging.
Mit nur zwei Alben schaffte die Soulgöttin einen kometenhaften Aufstieg, wurde weltberühmt, gewann so gut wie alle Musikpreise.
Doch wie es mit Kometen so ist...sie verglühen auch schnell wieder.
Und obwohl die Künstlerin so schnell wieder verglühte, schafften es die Autoren doch 224 Seiten über ihre Jugend, den singenden Vater etc zusammenzutragen, wobei die relativ vielen Fotos einiges ausmachen.
Die Autoren trugen neben den bekannten Fakten auch noch eine ganze Menge an Berichten der letzten Zeit ihres Lebens zusammen, lassen sogar eine Psychologin zu Wort kommen, die wirklich einige ganz spannende Ansätze zum Besten gibt.

FAZIT: solide gemacht ohne echte Überraschungen!!!

Das Playbook: Maedels spielend leicht klarmachen von M.Kuhn und “B.Stinson”

  • Playbook:Mädels spielend leicht klarmachen
  • von Matt Kuhn und "Barney Stinson"
  • 2011
  • satirischer Ratgeber erschienen im Riva Verlag

Hier ist nun ein kleiner Ratgeber für Anfänger, Amateure oder Fortgeschrittene zum Thema das die Männer dieser Welt seit Anbeginn der Menschheit beschäftigt, wie kaum ein anderes.
Wie man es mit diesesn Tipps schaffen soll, weiß ich zwar nicht doch es ist sehr schön kurzweilig zu lesen. Das liegt zum einen daran, dass es mit knappen 180 Seiten nun auch kein unschaffbarer Wälzer ist, zum anderen passen auf eine Seite nicht mehr als maximal drei dieser "Tipps".
Die Kapitel sind auch noch nett unterteilt, so dass jeder seinen "Entwicklungsstand" selbst einschätzen kann, ehe er auf die Pirsch geht.
Natürlich ist das hemmungslos albern...oder würde jemand allen Ernstes nach New York fahren um auf der Aussichtsplattform so lange Frauen ins Ohr flüstern, dass "er nicht kommt" bis wirklich eine anbeißt (Erklärung weswegen diese Örtlichkeit erfolgt im Buch).
Und selbstverständlich wird bei manchen Vorschlägen der holden Weiblichkeit auch unterstellt, dass sie zu blöd sind um Pickel als solche zu erkennen, doch auch das sollte man nicht zu ernst nehmen, auch wenn der Humor zum Teil verboten flach ist!
Die Tatsache, dass der eine "Autor" niemand anderes ist, als die fiktive Serienfigur Barney Stinson zeigt ja an sich schon ganz klar, dass man es nur als Satire bewerten kann.
So eignet sich das Büchlein auch super als Geschenk für alle Fans der "How I met your mother" Serie. Die können damit auch gut mal ein Buch neben die DVD Staffeln stellen.

FAZIT: Hirn aus - lesen - lachen - vergessen...rauskriegen was SNASA ist ;-)

Eine Woche voller Samstage von Paul Maar

  • Eine Woche voller Samstage
  • von Paul Maar
  • Original 1973 mittlerweile 27.Auflage
  • Kinderbuch erschienen im Oetinger Verlag

Herr Taschenbier hat vor vielen Dingen Angst und nur sehr wenig Freunde. Vor allem fürchtet er Menschen die Befehle geben, immer nur herumkommandieren oder schimpfen.
Da fällt eines schönen Tages das Sams bei ihm ein.
Das Sams ist ein rothaariges, zwergenartiges Wesen mit Schweinenase, das vor nichts aber auch gar nichts Respekt hat.
Es beschließt bei Herrn Taschenbier zu zu bleiben und dessen Leben ordentlich auf den Kopf zu stellen. Das ist dem am Anfang furchtbar peinlich.
Doch nach und nach freunden die beiden sich an und das Sams zeigt ihm, dass man auch mit gelegentlicher Frech-heit nicht weniger gemocht wird!

Obwohl es schon beinah vierzig Jahre auf dem Buchrücken hat, ist dem Autor hier ein echter Klassiker gelungen, der auch in der x-ten Wiederauflage einfach lesenswert ist.
Geplant für Fünfjährige sprüht es vor so viel Kreativität, Witz, Esprit und Charme, dass man auch als Erwachsener einfach entspannt genießen kann.
Das rüsselnasige, schmerbäuchige Sams ist dabei so anarchisch-nett gelungen, dass man es einfach nur gernhaben muss.
Lustig und spannend ist es allemal, wenn man Zeuge wird, wie der nette Herr Taschenbier ohne Ecken und Kanten, der sich alles gefallen läßt zu einem "normalen" Mann wird, der sich nicht alles gefallen läßt.
Außerdem ist es mittlerweile bei Amazon für wirklich wenig Geld zu haben.
Neben dem guten Buch gibt es mittlerweile ja auch eine tolle Verfilmung mit Ulrich Noethen in der Hauptrolle aus dem Jahr 2001, die die Geschichte etwas moderner aber sehr respektvoll wiedergibt.
Nur die Hörbuchausgabe ist ziemlich mau ausgefallen, da die Stimme des Lesers (auch Noethen) als Kinderstimmer verstellt einfach zu albern ist.

Fazit: als Buch und Film ein Spaß für Junge und Junggebliebene!!!

Die Insel unter dem Meer von Isabel Allende

  • Die Insel unter dem Meer
  • Isabel Allende
  • November 2011
  • Dramatischer Roman erschienen im Suhrkamp Verlag

Gerade mal neun Jare alt ist die Mulattin Zarite' Sedella als sie im neunzehnten Jahrhundert an den gehörnten, frustierten weißen Plantagenbesitzer Valmorain verkauft wird. Ein Verkauf, der sie mit Haut und Haar ihrem neuen "Besitzer" ausliefert.
Und dieser nimmt sich sein Recht mit Haut und Haar.
So muss sie unsagbare Demütigungen, Folter und Vergewaltigungen über sich ergehen lassen, um überhaupt die Chance auf eine Arte Leben zu haben.
Denn eines würde Zarite' Sedella nie in den Sinn kommen, nie würde sie ins Paradies des Totenreiches auf "die Insel unter dem Meer" fliehen.
Isabel Allende ist nicht erst nach ihrem weltweiten Erfolg des "Geisterhauses" eine Garantin für spannende, packende oftmals fast epische Romane.
Die Skalvin Zarite', im Buch liebevoll Te'te' genannt, wird seit ihrem elften Lebensjahr sexuell genötigt und vergewaltigt, geschwängert, muss nah New Orleans fliehen und schafft es doch immer wieder dem Leben etwas positives abzugewinnen.
Das ist einfach berührend zu lesen.
Dabei verknüpft Frau Allende Fiktion mit Fakten auf einzigartige Weise.
Man kann sich bei jedem Wort vorstellen, was die Sklaven erdulden mussten und was für ein übermäßiges, über Leben und Tod entscheidendes Monstrum die Sklavenbesitzer sein konnten.
Und trotz der beinahe 560 Seiten kommt so gut wie nie Langeweile auf.
Die Figuren sind präzise gezeichnet, dabei kann man zwischenzeitlich sogar mit der Bestie von Plantagenbesitzer Mitleid bekommen, der Stil flott und gut zu lesen.

FAZIT: SEHR,SEHR GUT!!!