Immobilien in Berlin sind gefragter denn je. Investoren aus der ganzen Welt haben großes Interesse an den hiesigen Wohnungsangeboten, was die Preise rasant steigen lässt. In den letzten zehn Jahren haben sich die Kaufpreise mehr als verdoppelt, was zwangsläufig zu steigenden Mietpreisen führt. Einer Studie von Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC und Urban Land Institute zufolge, wird Berlin 2018 für Investoren die attraktivste Stadt in Europa sein. Dementsprechend wird mit den höchsten Steigerungen der Mieten gerechnet. Aufgrund dieser unaufhaltsamen Entwicklung beschäftigen sich viele Berliner Mieter mit der Frage, ob sich der Kauf einer Wohnung lohnt und wo Wohnraum innerhalb der Metropole bezahlbar ist.

Oberes Preissegment auf dem Vormarsch

Peter Guthmann, Immobilienmakler aus Berlin und Geschäftsführer der Guthmann & Guthmann Immobilien GmbH ist seit 2006 auf dem Immobilienmarkt der deutschen Hauptstadt tätig und konnte währenddessen wertvolle Erkenntnisse sammeln. Neben Beratung und Projektentwicklung befasst sich sein Unternehmen mit der Erstellung von Analysen, um Entwicklungen und Trends frühzeitig zu erkennen. Im Marktreport Berlin wurden aktuelle Zahlen zusammengefasst und ausgewertet. Hinsichtlich der derzeitigen Marktlage geht daraus hervor, dass das Wohnungsangebot im unteren Preissegment zwischen 500 und 2.000 Euro pro Quadratmetern sinkt. 2016 lag es rund ein Drittel unter dem Niveau von 2015. Im vergangenen Jahr zeigte sich der Wohnungsmarkt in manchen Ortsteilen Berlins in diesem Preissegment regelrecht leergefegt. Darunter Kreuzberg, Charlottenburg und Prenzlauer Berg. Gleichzeitig legt das Angebot im oberen Preissegment ab 4.000 Euro pro Quadratmetern zu. Laut Auswertungen im Marktreport liegt der Quadratmeterpreis für Wohnungen im gesamten Berliner Stadtgebiet im dritten Quartal 2017 bei rund 3.940 Euro.

Bezahlbare Angebote und zentrale Faktoren beim Kauf

Ein Schnäppchen in Berlin zu ergattern, gleicht demnach der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Insbesondere in den Stadteilen Kreuzberg, Schöneberg, Charlottenburg, Grunewald, Wilmersdorf, Zehlendorf oder Friedrichshain stehen die Chance auf Wohneigentum eher schlecht. Hier kaufen Immobilieninvestoren mit reichlich Kapital, um die Gebäude zu vermieten und Rendite zu erzielen. Private Käufer sollten sich nach Expertenmeinungen auf weniger populäre Stadtteile konzentrieren. Darunter einige der insgesamt 13 Ortsteile im Bezirk Pankow:
  • Französisch Buchholz
  • Weißensee
  • Alt-Treptow
In diesen Stadteilen gelten Investments als besonders sicher. Damit sich der Kauf einer Eigentumswohnung nicht als riskanter Fehler mit finanziellen Folgen entpuppt, sondern zu einer lohnenswerten Kapitalanlage avanciert, müssen potenzielle Käufer einiges beachten. Geht es um eine Bestandswohnung, muss der Besichtigung die maximale Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es ist üblich, dass die Wohnung in dem Zustand gekauft wird, wie sie begutachtet wird. Der Kauf erfolgt dann nach dem Motto „gekauft wie gesehen“. Mögliche Folgekosten, die mit der Investition in eine ältere Bestandswohnung einhergehen, dürfen keinesfalls unterschätzt werden. Unterlagen über Investitionen in die Immobilie, die künftig getätigt werden sollen, erleichtern die realistische Einschätzung. Eigentümerversammlungs-Protokolle sind hierbei aufschlussreich.

Geht es stattdessen um den Kauf einer neuen Wohnung, die noch nicht existiert, ist die Baubeschreibung elementar für die Beurteilung des Objektes. Sie enthält Leistungen, die Bauträger gegenüber dem Käufer erbringen müssen. Fehlen in der Baubeschreibung wesentliche Kriterien, wie zum Beispiel ein Schallschutz, ist der Bauträger zur Leistungserbringung in der Regel nicht verpflichtet. Der Inhalt sollte deshalb sorgfältig und mit Hilfe eines Experten geprüft werden.

Finanzen prüfen

Das wohl wichtigste Kriterium beim Kauf von Wohneigentum stellen die Finanzen dar. Keinesfalls dürfen Mieter pauschal davon ausgehen, dass der finanzielle Aufwand mit dem Kauf einer Eigentumswohnung linear bleibt. Renovierungskosten, Erhöhung der Instandhaltungsrücklagen durch die Eigentümergemeinschaft und viele andere Faktoren, können die monatlichen Ausgaben schnell in die Höhe treiben und das Budget sprengen. Um Engpässen vorzubeugen, gilt es in erster Linie zu klären, für wie viel Wohnraum das Geld letztlich reicht. Die Verbraucherzentrale fasst im kostenlosen eBook kompakt 2017/2018 zentrale Hilfestellungen rund um das Thema Immobilienkauf beziehungsweise Immobilienbau zusammen. Unter anderem wird im Ratgeber anhand eines Rechenbeispiels geklärt, wie sich eine solide Finanzierung gestalten lässt. Außerdem berät die Verbraucherzentrale in Sachen Entscheidungsfindung Haus oder Wohnung, Besichtigung, Rücklagen und Vertragsprüfung.

Ergänzend ist der Ratgeber der Verbraucherzentrale „Eigentumswohnung: Auswahl und Kauf“ empfehlenswert. Auf 192 Seiten erfahren Interessenten nahezu alles, was bei Auswahl, Finanzierung, Vertragsgestaltung, Abnahme und Übergabe von Wohneigentum entscheidend ist.

Mehr zum Thema Immobilienmarkt lesen Sie in unserer gleichnamigen Beitragssammlung.

Bild: filin127 / pixabay.com



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