Handwerker arbeiten in der Regel mit Angeboten. Darin listen sie alle Arbeiten und Material auf, das sie für den jeweiligen Auftrag benötigen und geben ihren Preis an.
Auf der Grundlage eines Angebotes sollte der Auftraggeber in der Lage sein, zu erkennen, ob er die angegebenen Leistungen beauftragen will und ob er bereit ist, den geforderten Preis zu zahlen. Viele Auftraggeber lassen sich - vor allem bei teureren Arbeiten in der Bautechnik - mehrere Angebote geben, um diese miteinander vergleichen zu können.
Je nach Firma sind die Angebote detailliert und enthalten alle Arbeitsschritte sowie Kosten für Lohn, Anfahrt, Materialkosten und alle Eventualitäten oder auch sehr simpel mit nur einem Endpreis. Wer komplexe Arbeiten im Bereich der Bautechnik ausführen lassen will, sollte auf ein detailliertes Angebot drängen und dies auch in die Baustellenberichte schreiben. Wie aber geht man nun damit um?

Angebote prüfen und verstehen

Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen einem Kostenvoranschlag und einem Angebot.
Ein Kostenvoranschlag ist lediglich eine Schätzung des Aufwandes und der Kosten (Lohn- und Materialkosten), während ein Angebot in der Regel verbindlich ist. Es kann genauso beauftragt werden und der angegebene Preis ist bindend für die Firma. Wie lange Angebote jeweils gültig sind, hängt vom Handwerker ab, der es erstellt. Meist ist eine Frist von zwei oder drei Monaten angegeben, innerhalb derer die Arbeiten zu dem angegebenen Preis beauftragt werden können.
Sollten im Laufe der Baumaßnahme im Rahmen der Baustellenberichte Extrawünsche oder unvorhergesehene Änderungen auftreten, müssen diese zwischen Bauherrn und Firma besprochen und gegebenenfalls zusätzlich beauftragt werden. Das Erstellen von Angeboten ist im Normalfall kostenlos. Nur in Ausnahmefällen kann vereinbart werden, dass die Firma für das Aufstellen besonders arbeitsintensiver Angebote entlohnt wird. Solche Vereinbarungen sollten die Baustellenberichte festhalten.

Lohn- und Fahrtkosten

Angebote enthalten mindestens Lohn- und Materialkosten. Entweder sind diese genau angegeben oder nur mit dem Vermerk "Lieferung und Montage von..." angegeben und mit einem finalen Festpreis versehen. Angebote können zudem Fahrtkosten enthalten. Entweder werden sie pro gefahrenem Kilometer abgerechnet oder in Form einer Entfernungspauschale zusammengefasst.
Ist die Anreise kürzer als zehn Kilometer, wird sie entweder mit 10-20 Euro veranschlagt, oder auch in Form von Arbeitszeit berechnet. Das bedeutet, dass die zehn Minuten, die der Handwerker für die Anreise benötigt, als Arbeitszeit gelten. Hierbei gilt das Prinzip, dass entweder das eine oder das andere berechnet werden darf, nicht jedoch beides. Ein übersichtliches Angebot enthält Angaben zu den Lohnkosten.
Dabei kann man erkennen, welche Art von Personal eingesetzt wird. Meister haben einen höheren Stundenlohn als Vorarbeiter und diese erhalten wiederum mehr Lohn als Gesellen. Als Kunde sollte man darauf drängen, dass das Angebot eine Zeitangabe enthält, also wie lange die Arbeiten dauern und wann sie abgeschlossen sein werden.

Materialkosten, Ausführungen und Bautechnik

Oft sind die Materialkosten entscheidend für den Gesamtpreis. Im Vorfeld der Angebotserstellung muss klar definiert werden, welche Art von Material der Kunde wünscht. Von den meisten Materialien gibt es den sprichwörtlichen Trabi oder den Mercedes, also ähnliche Materialien von unterschiedlicher Qualität. Daher sollten jeweils der Hersteller, eine genaue Bezeichnung oder Produktnummer sowie natürlich die Menge angegeben sein. Bei geschätzten Angaben ist Vorsicht geboten, denn in dem Fall kann der Handwerker am Ende die tatsächlichen Quadratmeter oder Stück berechnen und das kann zu unschönen Überraschungen führen.

Wie setzen Baufirmen die Planung und Kalkulation um?

In diesem Punkt setzen viele Unternehmen inzwischen auf softwarebasierte Lösungen. Eine Bausoftware zur Kalkulation, auch der anfallenden Lohnkosten, vereinfacht die Angebotserstellung für Bauunternehmen erheblich. Nur durch die genaue Auflistung der einzelnen Kostenfaktoren kann ein konkretes und auch realistisches Angebot erstellt werden. Das gibt dem Bauunternehmen und dem Kunden Planungssicherheit. Da jedes Bauvorhaben anders ist, und somit anders geplant werden muss, beinhaltet eine gute Bausoftware schon die entsprechenden Module, die zur individuellen Angebotserstellung genutzt werden können.

Bild: pixabay.com / geralt

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