Weltweit betrachtet gehört der Aktienhandel zu den populärsten Anlageformen. In Deutschland ist der Wertpapierhandel weniger stark ausgeprägt. Die Sparer bevorzugten lange Zeit solide Anlageformen mit einer niedrigen, dafür aber sicheren Rendite. Die Zinspolitik der EZB hat diese Sparformen jedoch in den letzten Jahren nahezu zerstört. Immer mehr Anleger erkennen nun die zahlreichen Vorteile, die der Wertpapierhandel bietet.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie der Handel mit Wertpapieren funktioniert, warum ein Broker benötigt wird sowie Erfahrungsberichte zum Handel, wie sie auf dieser Webseite auch näher beschrieben werden.

Arten von Wertpapieren

Vielleicht ist auch ein Grund, weshalb der Wertpapierhandel hierzulande lange unterrepräsentiert war, weil viele Aktien eine relativ hohe Anlageform darstellen und eher für eine langfristige Investition geeignet sind. Allerdings können Sie den Wertpapierhandel heute auch mit anderen Wertpapierarten bzw. Produkten (Derivaten) ausführen:
  • Aktien
  • CFDs
  • Optionen
  • Futures
  • Währungen (Forex)
  • Anleihen
  • ETFs
  • ETCs
  • Fonds
Hier gibt es bereits die ersten signifikanten Unterschiede. Allerdings ist es nicht möglich, hier zu sehr in die Tiefe zu gehen. Daher wollen wir bei den Wertpapierarten nur die für den Anfänger am häufigsten anzutreffenden kurz umreißen. Außerdem bietet nicht jeder Broker alle Wertpapierarten.

Aktien

Die Aktie stellt eine direkte Beteiligung an einem Unternehmen dar. Damit einher gehen auch zahlreiche Rechte wie zum die Ausschüttung von Dividenden oder die Teilnahme an Aktionärsversammlungen. Das Problem an vielen Aktien ist der Umstand, dass sie relativ hochpreisig sind. Dazu kommen natürlich auch Gebühren, weshalb Sie Aktien nicht beliebig kaufen und verkaufen sollten zum Handeln. Die Aktie ist also eher als eine langfristige Anlageoption zu verstehen.

Futures und Optionen

Futures sind einfach erklärt. Es ist im Prinzip die Absicherung eines Geschäfts. Am besten erklären lässt es sich mit einem Rohstoff wie Kaffee oder Kakao. Der Kaffeefarmer weiß noch nicht, wie seine Ernte ausfallen wird. Um hier eine Preissicherheit auch für den Käufer zu erlangen, werden Future-Kontrakte geschlossen. Dabei verpflichten sich Käufer und Verkäufer zu einem bestimmten Preis. Futures gibt es auf Rohstoffe, Wertpapiere und Währungen (Forex). Wichtig zu wissen: Futures sind börsengehandelt. Die Option funktioniert ähnlich und ist ebenfalls an der Börse gehandelt. Der wichtigste Unterschied ist bei der Option, dass der Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht hat, zu einem bestimmten Preis zu kaufen.

CFDs

CFDs sind ein relativ junges Produkt. Es sollte auch Anlegern mit weniger Geld möglich sein, am Börsengeschäft zu partizipieren. Allerdings sind CFDs (Contract for Difference) nicht direkt an der Börse gehandelt. Vielmehr orientieren sie sich am Börsenkurs des betreffenden Instruments. Der Vertrag wird dabei zwischen dem Käufer (Investor, Trader) und dem Broker geschlossen.

Ganz einfach ausgedrückt beruht der Vertrag dabei auf dem Preisunterschied eines Instruments zum Kaufzeitpunkt und dem Schlusskurs (wenn die Position glattgestellt wird). Ein weiteres wichtiges Merkmal ist der Umstand, dass CFDs gehebelt werden können (herkömmlich mit einem Faktor zwischen 1 und 40). Gerade bei CFDs ist es aus den genannten Gründen ausgesprochen wichtig, dass Sie einen wirklich seriösen Broker auswählen. Dann eröffnen Ihnen die CFDs sehr gute Möglichkeiten beim Aktienhandel.

Allerdings gibt es weder Stimmrecht noch Dividendenausschüttungen. Einzig der Kursunterschied ist entscheidend. Da Sie einerseits das Produkt hebeln können, und andererseits die Spreads (Gebühren) gering sind, können Sie so den Aktienhandel auch in kurzen Zeitfenstern durchführen, da die Finanzierung günstig ist. Darüber hinaus ist nur ein Bruchteil Ihres Geldes eingesetzt. CFDs müssen aber nicht zwingend Aktien sein. Auch diese Instrumente können als CFD gehandelt werden: Indizes wie DAX und S&P, BUND, Rohstoffe wie Öl (WTI, Brent), Kupfer, Gold usw.

Forex

Forex steht für Foreign Exchange und beschreibt de Handel von Währungspärchen. Diese Form des Wertpapierhandels haben Sie wahrscheinlich schon getätigt. Nämlich dann, wenn Sie im Nicht-EU-Ausland waren und Geld wechseln mussten.

Die Währungspaare werden nach Hauptwährungspaaren, Rohstoffwährungen und Kreuzwährungen unterteilt. Dazu kommen noch etliche Währungspaare, die nur im Ausnahmefall interessant sind. Hauptwährungspaare sind verschiedene Pärchen, bei denen immer der US-Dollar beteiligt ist: EUR/USD, USD/JPY, USD/CHF; GBP/USD. Zu den Rohstoffwährungen gehören NZD/USD, AUD/USD, USD/CAD. Am interessanteste sind die Hauptwährungspaare, weil hier die größte Liquidität vorhanden ist. Entsprechend die Kursbewegungen.

Handelstechniken (abhängig vom Broker)

Beim Handel mit den verschiedenen Wertpapierarten müssen Sie zudem wissen, wie Sie handeln wollen: als langfristiger Anleger oder kurzfristiger als Trader. In der Regel können Sie folgendermaßen unterscheiden:
  • Scalp-Trading: Handel zum Teil innerhalb von Sekunden
  • Daytrader: Handel innerhalb eines Börsentages
  • Swingtrader: Handel über Tage und Wochen
  • Anleger: langfristiges Halten von Wertpapieren
Nicht jeder Broker bietet alle Handelstrategien. Insbesondere Scalpen ist nicht bei jedem Broker möglich.

Außerdem sind beim Trading verschiedene Ansätze möglich:
  • Trading auf Grundlage der technischen Analyse
  • News-Traden
  • Trading nach Fundamentalanalyse

Erfahrungsberichte

Zu allen genannten Arten des Handels finden Sie zahlreiche Erfahrungsberichte. Hier nun im Einzelnen Erfahrungsberichte abzugeben, würde den Rahmen sprengen. Bedenken Sie jedoch, dass Erfahrungsberichte immer subjektiv sind und lediglich Stärken, Schwächen und Vorlieben desjenigen widerspiegeln, der den Bericht verfasst hat. Sie müssen Erfahrungsberichte auch nach Handelsstrategien unterscheiden.

Wertpapierhandel mit technischer Analyse

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass die meisten Trader nach der technischen Analyse handeln. Der Markt folgt einer gewissen Massenpsychologie. Daraus lassen sich Wahrscheinlichkeiten ableiten. So geht ein Kurs nicht steil nach oben oder unten, sondern mit Rücksetzern, also in Wellen. Die Rücksetzer sind Korrekturen, die zumeist in einem prozentualen Bereich fallen, die einer wichtigen Fibonacci-Zahl entsprechen. Gleichzeitig erfolgt ein Trend nach oben oder unten impulsiv in drei bzw. fünf Wellen (Elliotwellen-Theorie). In diesem Rahmen bewegt sich der Trend innerhalb von Kanälen und Linien. All das lässt sich messen. Daraus werden dann Wahrscheinlichkeiten abgeleitet.

News-Trading

Der Handel von Nachrichten erfolgt ähnlich. Bestimmte regelmäßige Nachrichten (Arbeitsmarktdaten, Leitzinsänderungen usw.) wecken bestimmte Erwartungen, die zum Teil schon vorab eingepreist werden. Erfüllen sich diese Erwartungen nicht, sind die Wahrscheinlichkeiten hoch, dass es zu einer Kursänderung kommt.

Handel nach Fundamentaldatenanalyse

Die Fundamentalanalyse bewertet im Prinzip einen Markt, Mitwettbewerber und ein Unternehmen, zu dem eine Aktie oder andere Wertpapierarten gehandelt werden sollen.

Die Rendite

Die Rendite, die Sie erwirtschaften können, ist schwer zu beziffern, da sie auch von der Trading- und Handelstechnik abhängt. Je längerfristig der Handel ist, umso geringer ist die Rendite. Im kurzfristigen Handel ist die Rendite bei einem erfolgreichen Trader entsprechend höher. Im Daytrading ist eine Rendite von 20 Prozent im Monat möglich, beim langfristigen Anleger von 20 Prozent und mehr Rendite pro Jahr. Allerdings sind auch die eingesetzten Geldmittel höher. Auch die Wertpapierarten beeinflussen die Rendite.

Bilder: pixabay.com / Firmbee / 3112014 / PIX1861

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