• Buchtitel: Das einsame Haus
  • Autor: Hannes Nygaard
  • erschienen: Februar 2016
  • Verlag und Genre: emons:Verlag // Thriller



Hauptkommissar Christopher Johannes von der Husumer Kripo sieht sich in den letzten Monaten vor seiner Pensionierung.
Die Einladungen für die bevorstehende Feier ist schon in Arbeit.
Dies erfüllt ihn nicht gerade mit großer Begeisterung, fühlt er sich doch noch gar nicht so "reif".
Während seines freien Tages macht er sich auf den Weg nach Nordstrand um einen Termin mit seinem Bankberater zu vereinbaren.
Da geschieht das Unfassbare: vor seinen Augen wird der gerade ankommende Geldkurier kaltblütig erschossen und der brutale Mörder mit seinem Komplizen nimmt den Kommissaren sowie die einzige Bankangestellte als Geisel.
Ziemlich schnell entdecken die Kollegen Mommsen, Große Jäger und der neue entwickelte junge Kollege Mats wer da die Geisel ist.
Und sie wissen auch wie gefährlich der Täter ist.
Doch: der Damm nach Nordstrand ist abgeriegelt, die Häfen werden von der Wasserschutzpolizei überwacht, eine Hundertschaft der Polizei ist angerückt um Haus für Haus zu untersuchen.

Aber die hartnäckigste Gefahr für die Geiselnehmer ist Kommissar Große Jäger auf der Suche nach seinem Freund!
Mal wieder was neues von den sympathischen Ermittlern aus dem hohen Norden.
Diesmal ist Johannes also einmal selbst betroffen, gerät wirklich in Lebensgefahr.
Mal eine neue Variante des umtriebigen Schriftstellers Nygaard, der einmal mehr unter Pseudonym aktiv ist. Sein richtiger Name lautet nämlich Rainer Dissars-Nygaard. Aber das nur am Rande.
Was mir bei diesem, seinem neuen Buch als erstes auffällt ist Brutalität mit die Taten des Anführers beschrieben werden.
Richtig zimperlich handelten die Mörder egal in welchem Buch des Autoren nie. Aber das man als Leser "live" dabei ist, ist eine neuere Qualität, ist es doch sonst so gewesen, dass die Leiche erst im Nachhinein gefunden wurde und somit die Ermittlungen erst begannen.
Den ironisch-herzlichen Unterton hat Nygaard allerdings wie gewohnt beibehalten.
Die Kommentare des ungewöhnlichen Große Jäger diesmal im Zusammenspiel mit dem jungen Niebüller Kollegen Cornilsen.
Der bietet als angehöriger der dänischen Minderheit und durch seine Jugend dem Wilderich - große Jäger genannten - liebenswerten Hauptkommissaren einiges an Angriffsfläche. Das ist wirklich nett zu lesen.
Kontrastiert werden diese Szenen durch die Beschreibungen der Leiden der Geiseln, mit denen der Leser quasi ab Seite zwanzig mitleidet. Die Schläge, Tritte, Gemeinheiten, dazu kommt die sexuelle Belästigung der zweiten Geisel Dorle sind harter Krimistoff.
Wie immer kommen die reizvollen Beschreibungen der wunderschönen nordfriesischen Landschaft nicht zu kurz. Sachlich, ohne all zu blumige Ausschmückungen, skizziert er die Schönheit genauso wie Unaufgeregtheit - manche würden des Ödnis nennen - der Weite dieses Landstriches mit seinen wenigen Einwohnern.
Sehr schön finde ich die Eigenart des Herrn Nygaard, das er es schafft den Krimi auch für jemanden verständlich zu machen, der vorher noch keinen anderen der zahlreichen Fälle des Ermittlerteams gelesen hat.
Mit einigen wenigen Sätzen wird jedem Leser klar um wen es sich handelt sowie die familiären bzw. privaten Umstände der betreffenden Person und das war es.
Wer vorher schon etwas las weiß dies ohnehin.
Die übrigen bekommen einen groben Überblick können aber ansonsten ganz einfach den aktuellsten Fall genießen.

Härter als gewöhnlich - genauso gut wie immer!





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