Der Begriff der Haushaltskonsolidierung wurde ursprünglich nur für öffentliche Haushalte angewandt und später auf die Haushalte von Unternehmen und sogar von Privatleuten übertragen. Es handelt sich um alle Maßnahmen zum Abbau eines bestehenden oder zur Abwendung eines drohenden Haushaltsdefizits. Dazu gehören die Verringerung des Schuldenstandes und/oder der Nettoneuverschuldung.

Wann spricht man von einem Haushaltsdefizit?

Geldbörse in einer SchraubzwingeNicht jeder Haushalt mit Schulden hat ein Defizit. Dieses wird erst festgestellt, wenn die Ausgaben deutlich und regelmäßig die Einnahmen übersteigen. Die Verschuldung muss damit ansteigen, anders wären anstehende Aufgaben nicht mehr durchführbar. Es droht zudem eine Überschuldungssituation bis hin zur Insolvenz.
Jedes Haushaltsdefizit wird aber zunächst mit Krediten aufgefangen, was bei Unternehmen und öffentlichen Haushalten so lange in Ordnung ist, wie ein Rückfahren des Defizits realistisch erscheint und wie die Nettokreditaufnahme unter den Investitionsausgaben liegt. Wenn mit Krediten nur noch laufende, nicht-investive Ausgaben gedeckt werden, entsteht ein untragbares Haushaltsdefizit. Sollte es öffentliche Haushalte betreffen, werden künftige Generationen darunter leiden. Die Haushaltskonsolidierung oder einfach Konsolidierung dient dem Zurückdrängen und Überwinden des Haushaltsdefizits.

Ziel der Haushaltskonsolidierung

Das Hauptziel besteht in der Wiedererlangung der finanzpolitischen Flexibilität. Das lässt sich auch auf Unternehmen und Privathaushalte übertragen. Ein defizitärer Haushalt weist eine gesunkene Bonität auf und erhält gar keine Kredite mehr oder kann sich nur noch zu schlechten Konditionen verschulden. Das erweist sich besonders dann als prekär, wenn eine Neuverschuldung für eine sinnvolle Investition geboten wäre. Es ist wiederum der Standpunkt zu beachten, dass Schulden nicht per se schädlich sind, bei Unternehmen ist der Kapitaldienst immerhin steuerlich abzugsfähig. Schulden dürfen nur nicht den Akteur seiner Handlungsmöglichkeiten berauben.

Durchführung einer Haushaltskonsolidierung

Die entsprechenden Maßnahmen können bei den Einnahmen und bei den Ausgaben ansetzen, meistens wird beides versucht. Öffentliche Haushalte erhöhen beispielsweise Steuern und verringern Subventionen an den Stellen, die vertretbar erscheinen. Oft trifft es zuerst die Kultur und anschließend die Schwimmbäder.
Unternehmen können nicht ohne Weiteres Einsparungen vornehmen, ohne den Umsatz zu verringern oder gar ihre Substanz anzutasten. Das Mittel der Wahl ist oft ein Verringern des Personalbestands, wobei kluge Manager hierbei umsichtig vorgehen. Sie entlassen wirklich nur Personal, das erkennbar keinen Mehrwert bringt. Bei den Entlassungen nutzen die Firmenchefs die natürliche Fluktuation und das Ausscheiden aus Altersgründen aus.
Auf der Einnahmeseite müssen zum Zwecke einer Haushaltskonsolidierung dringend diejenigen Bereiche gestärkt werden, die nachweislich die höchsten Gewinne bringen. Das bedeutet oft, sich von lieben, aber teuren Projekten zu verabschieden.

Haushaltskonsolidierung in Unternehmen mit der passenden Software

In den Unternehmen geht es bei der Haushaltskonsolidierung vielfach darum, zunächst einmal gewinn- und verlustbringende Bereiche zu identifizieren. Hierfür gibt es ausgereifte Softwarelösungen unter industry-press.com. Diese Softwarelösungen betreffen die Konzernrechnungslegung, die Konsolidierung von Einzelabschlüssen, das Investitionscontrolling, die Finanzbuchhaltung, das Cash-Management, die Anlagenverwaltung und die Wertpapierverwaltung. Die meisten Lösungen sind GDPdU- und GOB-zertifiziert, darüber hinaus mandanten- und konzernfähig sowie in der Lage, eine Rechnungslegung nach IFRS, HGB und US-GAAP durchzuführen.

pixabay.com / stevepb (Rechte am Bild )

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