• Buchtitel:Die Betrogene
  • Autorin:Charlotte Link
  • erschienen: September 2015
  • Verlag und Genre: Blanvalet Tachenbuchverlag//Thriller

Kate Linville, introvertierte Polizistin des Scotland Yard, fühlt sich um ihr bisheriges Leben betrogen.
Ihre Erinnerungen, Gefühle an ihre Kindheit scheinen auf einmal völlig abwegig zu sein, als sie die Nachricht erreicht, dass ihr Vater grausam ermordet wurde.
Ihr Vater, selbst ein ehemaliger Polizist, der sie ihr ganzes Leben intensiv begleitete, ist ihre einzige wichtige Bezugsperson gewesen; stellte ihren größten Halt da.
Nun ist er Tod, der ortsansässige Polizist, ein Trinker, scheint sich nicht viel Mühe zu geben, den Mord aufklären zu wollen. Also ist die Tochter gefragt, dass Verbrechen aufzuklären.
Gleichzeitig macht der Drehbuchautor Jonas Crane mit seinem Adoptivsohn Sammy,seiner Frau Stella, der leiblichen Mutter des Jungen sowie deren neuem Lebensgefährten Urlaub in einem abgelegenen Haus ohne Telefon oder Internet im Hochmoor in der Nähe Tatortes.


Die Lage spitzt sich dramatisch zu, als der verdächtige Mörder ein Versteck sucht!






Charlotte Link ist wohl die erfolgreichste deutsche Kriminalautorin.
Stolze sechshundertvierzig Seiten wirft sie mit ihrem neuen Buch in die Waagschale.
Dabei beginnt sie gleich die Spannungskurve zum Anschlag zu schrauben, indem es mit dem Vatermord beginnt.
Was folgt ist die einfühlsame Vorstellung der einzelnen Hauptcharaktere.
Die Autorin läßt sich recht viel Zeit dabei, besitzt aber die Raffinesse so gut wie keine Langeweile aufkommen zu lassen.
Etwas seltsam erscheint mir, wie schüchtern Kate Linville dargestellt wird, sollte man doch meinen, dass eine Kommissarin auch mit einem gewissen Selbstvertauen gesegnet ist.
Die Geschichte wird - zunächst scheinbar lose - auf zwei Ebenen erzählt.
Während die Kommissarin aufgrund der kaum vorangehenden Ermittlungen zunächst fast verzweifelt, wird auf der anderen Seite der Burnout sowie die Probleme des Drehbuchautoren Crane beschrieben.
Erst nach und nach werden die Plots miteinander verwoben, wobei die Autorin einmal mehr ihre Gründlichkeit und ihr Geschick beweist, scheinbar nebensächliches im Nachhinein "passend zu machen".
Ein paar Klischees dürfen natürlich nicht fehlen. Der obligatorische Alkoholiker, der gefolterte Iraker wird mit eingebaut.
Das wirkt mitunter zunächst ein wenig bemüht, bis es sich erst im letzten Drittel zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügt.



Solide Krimikost!



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