Das bekannte Portal AutoScout24 ermittelt regelmäßig, welchen Durchschnittspreis die Deutschen in ausgewählten Großstädten für einen Gebrauchtwagen zahlen. Dafür greift das Unternehmen auf etwa 900.000 Inserate auf seiner Plattform zurück, so ergibt sich ein fundiertes Bild.
Das Ergebnis im Juli 2015: Es existieren enorme Preisunterschiede.


Städtevergleich: Wie viel geben Verbraucher für einen Gebrauchtwagen aus?

Schild-GebrauchtwagenAutoScout24 bezieht in seinem deutschlandweiten Vergleich alle Gebrauchtwagen ein: Es spielt keine Rolle, ob es sich um einen Jahreswagen, ein sehr altes Fahrzeug, ein hoch- oder tiefpreisiges Modell handelt. Entsprechend gibt die Studie nicht an, ob man beispielsweise einen bestimmten Jahreswagen in Rostock oder in Berlin billiger erwerben kann. Stattdessen zeigt der Vergleich, welchen Durchschnittspreis die Einwohner der jeweiligen Städte für den Autokauf zu zahlen bereit sind. Der Automarkt weist exorbitante Differenzen auf, das lässt sich an der Auflistung der fünf Städte mit dem jeweils höchsten und niedrigsten Durchschnittspreis erkennen:

Die höchsten Kosten

  • 1. Regensburg: 23.696 Euro
  • 2. Würzburg: 21.872 Euro
  • 3. Flensburg: 21.267 Euro
  • 4. Stuttgart: 21.250 Euro
  • 5. Jena: 21.046 Euro

Die niedrigsten Kosten

  • 1. Frankfurt an der Oder: 11.154 Euro
  • 2. Völklingen: 12.295 Euro
  • 3. Ludwigshafen: 12.380 Euro
  • 4. Neunkirchen: 13.050 Euro
  • 5. Neumünster: 13.125 Euro

Wie lassen sich die massiven Unterschiede erklären?

Während sich die Regensburger offenbar für hochwertige, junge Gebrauchtwagen entscheiden, bevorzugen die Menschen in Frankfurt an der Oder günstige Modelle.

Die Differenz zwischen 23.696 Euro und 11.154 Euro ist beachtlich. Woran liegt das? Erklärungsversuche:
  • Die Kaufkraft: Die ökonomische Stärke der einzelnen Städte stellt die wesentliche Ursache dar. Bei den höchsten fünf Durchschnittspreisen finden sich Städte, die sich durch eine niedrige Arbeitslosigkeit und überdurchschnittlichen Löhnen auszeichnen. Die Menschen können sich dort teurere Gebrauchtwagen leisten. Anders sieht es in Regionen wie Ostdeutschland und dem Saarland aus, entsprechend rangieren Städte wie Frankfurt an der Oder und Völklingen unten.
  • Anteil der Studierenden: Bei manchen Städten erklären sich die niedrigen Durchschnittspreise dagegen nicht durch die Wirtschaftskraft, sondern durch einen hohen Anteil an Studierenden mit knappem Budget. Das trifft auf Heidelberg zu, wo der Durchschnittspreis nur 14.487 Euro beträgt.
  • Preisdifferenzen auf dem Automarkt: Darüber hinaus differieren die Kosten auf dem Automarkt. In wirtschaftsschwachen Strukturen lassen sich Fahrzeuge oftmals günstiger erwerben, weil es weniger potenzielle Käufer gibt. Bei einer hohen Nachfrage können Verkäufer dagegen höhere Preise aufrufen.

Was bedeutet die Studie für Käufer und Verkäufer?

AutoScout24 gibt interessante Einblicke in den deutschen Automarkt. Für Käufer und Verkäufer kann die Studie wertvolle Hinweise geben: Verkaufswillige Besitzer eines teuren Fahrzeugs in Frankfurt an der Oder sehen zum Beispiel, dass die Einwohner dort eher niedrigpreisige Modelle erwerben. Sie sollten ihr Auto besser bundesweit anbieten. Käufer können wiederum darauf hoffen, wertvolle Modelle in einer solchen Stadt mangels Nachfrage günstiger zu erwerben.

Quelle / Gesamtübersicht: http://about.autoscout24.com/de-de/2015_as24_europa_staedtevergleich.pdf


Image: pixabay.com / blickpixel


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