• Buchtitel:Ich habe jetzt die gleiche Frisur wie Opa - Wie kranke Kinder und Jugendliche das Leben sehen
  • Autoren: Kathrin Feldhaus und Margarethe Mehring-Fuchs
  • erschienen: Januar 2014 1. Auflage
  • Verlag und Genre: Patmos Verlag // Sachbuch / Lebenshilfe


...und dann, unter der Chemotherapie fallen die Haare aus, erst kleine Büschel, so entstehen innerhalb erschreckend kurzer Zeit große Löcher in der einst üppigen Matte.
Also nimmt man den Trimmer und schneidet eine Glatze unter Einsatz einiger Tränen.
Es wird der Spiegel gereicht...und der trockene Kommentar unseres neunjährigen Sohnes lautete: "Naja, bei mir wachsen die Haare ja wieder nach, bei Onkel Björn kommen sie nie wieder!"
Onkel Björn ist mitte vierzig und trägt seit fünfzehn Jahren eine Glatze, da einfach nichts mehr - oder nur sehr spärlich wächst, wo einmal was gewesen ist.
So ergibt sich - genau - wie in diesem Buch einiges an skurilen, lustigen aber auch tieftraurigen Begebenheiten rund um das furchtbare Thema Krebs.
Wenn plötzlich das alltägliche Leben nach der niederschmetternden Diagnose sich plötzlich anfühlt, als wäre man mit Schmackes direkt gegen eine Mauer gerannt.
Die Familie ist wegen der vielen Krankenhausaufenthalte getrennt, dem einen Kind geht es nicht gut, sollte man mehrere haben müssen diese völlig ungewollt ins zweite Glied zurücktreten.

ALLES HAT SICH DER KRANKHEIT UNTERZUORDNEN!!!



Das ist zum Kotzen! für alle Beteiligten.
Aber das Leben muss ja weitergehen, wenn man den ersten Schock verdaut hat, geht es auch weiter. Der Begriff der "Schattenkinder" ist sehr gut, da unheimlich treffend.
Neben den eigenen Ängsten um das Kind, ist es sehr wichtig, diese nicht zu vernachlässigen, gleichzeitig sollte man die Sorgen, Ängste und Nöte des erkrankten Kindes ernst nehmen, damit es sich auch noch allein gelassen vorkommt.
Ein Spagat, ein Drahtseilakt erster Kajüte, der an den eigenen Reserven unbarmherzig zehrt.
Doch bei der Bewältigung dieser Krise half uns und unserem Sohn dieses Buch sehr.
Zum einen ist es sehr gut geschrieben, bzw. beschreibt es sehr gut, was in den Erkrankten so vor sich geht und wie sie - je nach Temperament, Lust, Laune mit dem Ganzen umgehen.
Zu den diversen "Anekdoten" bietet das Buch, trotz der begrenzten Zahl von nur einhundertzwanzig Seiten eine große Menge an Illustrationen zu sehen.
Die Erzähler werden jeweils kurz vorgestellt, dabei handelt es sich bei Weitem nicht nur um Krebsis, sondern auch um schwere Rheumapatienten, Kindern mit Sichelzellenanämie oder Leukämie.
Alter und ob sie noch Leben wird bei den meisten auch noch als Information mitgeliefert.
Da bleibt dem Leser mitunter das Lachen im Halse stecken, wenn man lesen muss, wie - Pardon - verflucht abge...schon Kinder von sechs, sieben Jahren ihr unfaires Schicksal kommentieren.
Zu dem Buch kauft man noch eine kurze CD auf der gesunde Kinder die Gedanken der Kranken - unterstrichen durch Instrumentalmusik - von Gesunden vortragen...spätestens dabei ergibt sich ein Taschentuchalarm.
Das ist sensationell "gut" weil authentisch gemacht.

Fazit: Erschütternd und zum Lachen in einem, einfach lesenswert!!!





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