• Buchtitel:Wer den Wind sät: Was westliche Politik im Orient anrichtet
  • Autor: Michael Lüderss
  • erschienen: April 2015
  • Verlag und Genre: C.H.Beck//Sachbuch

Ein bekannter Spruch des alten Testamentes: Wer den Wind sät - wird den Sturm ernten!

Die Interventionen des Westens - allen voran der Vereinigten Staaten von Amerika - im Orient besitzen eine lange Tradition.
Nur sind die heutigen Staaten vor langer Zeit und über lange Jahre als Kolonialgebiete unter der strengen Knute der verschiedenen Mächte Europas als Gebiete zweiter, dritter Klasse behandelt worden. Inklusive der dort lebenden Bevölkerung.
So ergibt sich eine lange Kette aus Unterdrückung und des "sich übervorteilt fühlen" mit dem damit einhergehendem Mißtrauen gegenüber den "Bereicherungen" den andere Staaten meinen in den Orient führen zu müssen.

Nur wer sich dies auch einmal vor Augen hält, hat die Chance zu begreifen, wie die Zusammenhänge mit den aktuellen Krisen wirklich sind.






Ruhig, sachlich, nüchtern - ohne den leider oftmals zeitgeistig verschuldeten hysterischen Unterton - schildert der Autor Michael Lüders die vielen (Sabotage)Aktionen die die verschiedenen Geheimdienste in den unterschiedlichen Ländern verursachten.
Dabei wird auch nicht verheimlicht, dass durchaus über Jahre hinweg Despoten hofiert wurden, wenn es den eigenen Interessen denn nur auch diente.
Das ist insofern eine ganz bemerkenswerte Sichtweise, als dass der Autor so gut wie niemals den moralischen Zeigefinger erhebt oder anfängt zu polemisieren.
Mit vielen Zahlen und Fakten legt der Nahostexperte treffend genau fest an wievielen Brandherden "der Westen" die Schuld trägt.
Während der Irak ein beinah "failed State" geworden ist, gibt es in Lybien praktisch keine Ordnung mehr, Syrien zerfällt mehr und mehr.
Der begeistert von der hiesigen Systempresse als "arabischer Frühling" hochgejubelte Sturz zahlreicher Despoten, die immerhin ihr Land im Griff hatten, brachte zum Beispiel Agypten bis heute nur eine neue Miltitärjunta - und einen demokratisch gewählten Präsidenten, der aus dem Amt gejagt wurde.
Was sich erbibt ist eher eine Welt auf einem ganz gefährlichem Vulkantanz als auf dem Weg zu mehr Recht und Gerechtigkeit.
Aber das hat wohl auch kaum jemand wirklich angenommen.
Lösungsansätze finden sich in dem einhunderfünfundsiebzig Seiten Büchlein natürlich auch - und die sprechen deutlich nur eine Sprache: Diplomatie ist das einzige was helfen wird.
Mit weiteren kriegerischen Abenteuern wird "der Westen" nur eines: verlieren.
Wenn es dafür nicht sogar schon zu spät ist.


Ein gutes Buch, das Sorgen macht!





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