• Buchtitel: Russland verstehen: Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens
  • Autorin:Gabriele Krone-Schmalz
  • erschienen:April 2015
  • Verlag und Genre: C.H.Beck//Sachbuch

Die Frau mit dem herzchenförmigen Pony meldet sich zu Wort.
Als eine der führenden Expertinnen in allen Belangen der Russlandfragen, gibt Frau Doktor Auskunft über ein Land, welches vom hiesigen Feuilleton ausgehend bis in die höheren Kreise der Politik mittlerweile in Ungnade gefallen ist.
Aber weshalb ist dies so?
Bevor man sich anmaßt über Land und Leute pauschal zu urteilen, sollte man nicht erst einmal versuchen zu es im Ansatz zu begreifen?
Der Medien Mainstream der Systempresse hat das Bild gegenüber "den Russen" fest in der Hand. Höhepunkt des medialen Sturmlaufs: der altehrwürdige Spiegel mit den Bildern von Opfern der über der Ukraine abgeschossenen Boeing MH 17 und dazu in blutrot: "Stoppt Putin jetzt".
Das ist dann selbst dem Presserat zu viel gewesen und es gab doch tatsächlich mal eine Rüge für das "Sturmgeschütz der Demokratie".
Dabei ist das deutsche Verhältnis zu diesem riesigen Land vielschichtiger als einem die Systempresse vorgaukeln möchte.


Wessen Interesse steckt wohl tatsächlich hinter den permanenten Angriffen, Anschuldigungen und Empörungen, denen Moskau sich ausgesetzt sieht?!





Die streitbare Autorin Gabriele Krone-Schmalz versucht auf knapp einhundertachtzig Seiten einige Antworten zu geben.
Jahrelang lebte sie in Russland, ist ARD Korrespondentin gewesen, gilt als ausgewiesene Kennerin der Materie und des Landes.
Zunächst einmal muss man ihr wohl einiges an Respekt zollen, gehört es doch mittlerweile zu den guten Sitten auch - oder gerade - von der Systempresse schnell zum Abschuss freigegeben zu werden, sollte man sich nicht Meinungskonform äußern.
Aber solange es auch noch unerschrockene Verlage gibt, die zum Drucken bereit sind, ist das Kinde ja noch nicht ganz verloren.
Unerhört im Lande der gleichgeschalteten Systemmedien ist die Tatsache, dass Madame Krone-Schmalz nicht nur unerschrocken in diversen TV Gesprächsrunden ihre Meinung ohne einzuknicken vertrat, sie versuchte sogar ein (ihr?) Gefühl zu vermitteln wie dieses Land tickt.
Dafür, dass sie in den diversen Streitgesprächen gern mal mit der "dicken Berta" um sich schlägt, beginnt ihr aktuelles Buch mit einem vergleichsweise dezentem, beinah diplomatischem Vorwort. Dann macht sie mit heiklen Themen weiter.
Der Georgienkonflikt wird angeschrieben, wie sehr die russische Technik auf den europäischen Märkten klein gehalten wird um die Konkurrenz gar nicht erst auf den Markt kommen zu lassen, der Vormarsch des Kapitalismus im Riesenreich als "Schocktherapie" kommt ebenfalls zur Sprache.
Nach zwei dritteln des Buches nähert sie sich dem Ukraine Konflikt -allerdings nicht ohne vorher noch einmal auf die vielen, vielen Vertragsbrüche hinzuweisen, die Russland erdulden musste und die seitens der Nato, der EU etc. anscheinend zum guten Ton gehören.
Das Ganze ist sehr komplex für die relativ wenigen Seiten. Daten, Fakten werden dem Leser nur so um die Ohren gehauen, so dass man sehr aufmerksam lesen sollte. Wie man zu Herrn Putin steht bleibt natürlich jedem selbst überlassen, um sich einmal eine komplexere Meinung bilden zu können, sollte man dies Buch allerdings ruhig einmal zur Hand nehmen.





Spannend und gegen den Systemjournalismus der BRD gebürstet!!!





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