• Buchtitel: Still Chronik eines Mörders
  • Autor: Thomas Raab
  • erschienen: Januar 2015
  • Verlag und Genre: Droemer//Thriller

Karl Heidemann ist mit einer Einzigartigkeit zur Welt gekommen.
Als einer von nur sehr wenigen Menschen besitzt er das absolute Gehör.
So empfindet er seine Morde nicht als Untaten.
Eher als Entlastung der Gehörgänge für die Opfer.
Im Prinzip tut er der Menschheit damit einen Gefallen.
Und obwohl er sich als Heilsbringer sieht, findet Heidemann nie das was er sucht: Liebe.
Dabei ist sein gesuchter Schatz gar nicht weit von ihm entfernt.


Und dabei seinem ersten Mord ist Karl noch ein Kind!!!






Spannend, spannend, spannend!
Die Eltern des Hauptakteurs Heidemann freuen sich diebisch auf ihr erstes Kind, doch die Ernüchterung folgt schnell, als sie nach der Geburt herausbekommen, dass ihr Sprößling nur mit Wachspfropfen in den Ohren in einem eigens im Keller gebauten Schalldichten Raum aufhört zu schreien.
So entfaltet der Autor vom ersten Augenblock an eine unglaublich düstere, bedrohliche Atmosphäre.
In kurzen, teils sehr einfach gehaltenen Sätzen peitscht er die Geschichte voran.
Das Unheil nimmt gnadenlos seinen Lauf als das Kind beim Tod seiner Mutter - die sich im Dorfweiher das Leben nahm - die Friedlichkeit ihrer Züge bewundert.
Erinnerungen an den Mann mit dem absoluten Geruchssinn "Grenouille" aus "Das Parfum" waren bei mir unausweichlich. Auch wenn es sich hierbei um eine Geschichte aus der Gegenwart handelt und nicht die gesetzeslosen Zeiten des Klassikers von Patrick Süskind bestehen, sind in beiden Büchern die Mörder auch gleichzeitig Getriebene ihrer besonderen Begabung.
Bei der Betrachtung Heidemanns gelingt es dem Autoren doch tatsächlich die Abscheu gegenüber der Unmenschlichkeit seiner Taten beim Leser in Grenzen zu halten.
Zu gefühlvoll, zu nachvollziehbar werden die Qualen eines Menschen beschrieben, für den selbst leiseste Töne im wahrsten Sinne des Wortes ohrenbetäubend daherkommen.
Dabei regt "Still" auch noch zum Nachdenken an, macht man sich doch mehr als einmal Gedanken darüber, wie man selbst reagieren würde mit so einer "Behinderung" - oder ist es eine "Begabung"...wenn man es anders fördern würde?
Das muss jeder selbst entscheiden.


Origineller, hochspannender, tieftrauriger Thrill





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