• Buchtitel: Wir sind nicht wir
  • Autor: Matthew Thomas
  • erschienen:Februar 2015
  • Verlag und Genre:Berlin Verlag//Roman

Dreh- und Angelpunkt dieses Romanes ist die Familie Tumulty.
Angefangen in den beginnenden 1940ern schlägt der Autor den Bogen über beinah fünzig Jahre.
Eilleen ist eine der Hauptprotagonistinnen, die unter der liebevollen Fuchtel ihres Vaters lebt, dabei aber ein sehr intensives Verhältnis zu ihrem Erzeuger pflegt, um dessen Ehe es nicht zum Besten steht.
Armut und Alkoholsucht lassen die junge Eileen den Beruf der Krankenschwester wählen, der sie schon bald mit noch viel schwereren Schicksalen konfrontiert.
Auch als sie Ed Leary, einen begnadeten Wissenschaftler kennenlernt, dauert ihr Glück nur kurze Zeit.
Leary sieht sich vollkommen im Dienst der Forschung. ALLEs hat sich dem unterzuordnen, selbst Partnerin und Sohn Connell!


So erwächst auch die nächste Generation heran ohne genau zu wissen wofür sie eigentlich steht...der Traum der Mittelschicht der die Vereinigten Staaten von Amerika trägt oder trug entpuppt sich mehr und mehr als Märchen, welches niemals wahr wird.




Gott sei dank feht es in diesem Roman lediglich um "normale" Probleme des Arbeitertums während der ersten Hälfte des zwantigsten Jahrhunderts.
Alkohol fließt in Strömen - anscheinend soff jeder seinerzeit.
Aber der Autor läßt zumindest Inzest nicht zum Thema werden.
Vielmehr berichtet die Hauptakteuse Eileen darüber, wie schwierig es ist, ihrem Sprößling Connell ein vernünftiges Leben zu ermöglichen.
Erstaunlich ist an diesem sher ruhigem Roman, wie unspektakulär die Geschichte daherkommt.
Gewaltsamer Tod? Fehlanzeige.
Bomben oder Weltbedrohung? Keine Spur.
Auch berühmt und damit antastbar wird niemand.
Ruhig, sachlich werden die mehr oder weniger normalen Probleme einer durchschnittlichen Mittelschicht eruiert wobei es natürlich auch hier Todesfälle gibt.
Doch diese sind nicht sinnentstellend oder extrem brutal.
Doch gerade das erhebt ihn über viele andere Romane heraus.
Das sind keine Drogen- oder Mafiaclans, die sich gegenüber andere behaupten müssen.
Politische oder sonstige Intrigen sucht man relativ vergebens.
Es wird zwar über einige Randerscheinungen berichtet aber die Akteure steuren da nichts in irgendwelchen Hinterzimmern.
Trotzdem sind die Charaktere komplex, ohne zu sehr in umschmeichelnde Worte gehüllt zu werden.
Die Prosa ist wortgwandt ohne allerdings alles andere zu erschlagen.
Vielmehr wird treffend das Wichtige weitergegeben.
Und darauf kommt es doch in erster Linie an?!



Fantastisch!!!





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