• Buchtitel: Der Ruf des Kuckucks
  • Autor: Robert Galbraith
  • erschienen: Oktober 2014
  • Verlag und Genre: Blanvalet//Thriller

Das wunderschöne Modell Lula Landry(was für ein Name)stürzt leider vom Balkon ihrer mondänen Wohnung im Stadtteil Mayfair.
Exitus.
Die Polizei ermittelt sporadisch - der Selbstmord scheint festzustehen.
Doch ihr Bruder Bristow glaubt nicht an diese Theorie und beauftragt den ehemaligen Afghanistan Veteranen Striker zu ermitteln.
Cameron Striker ist ein Held gewesen, der im Einsatz sogar sein Bein für das Vaterland ließ, aber ein inzwischen gebrochener Mann, dern von seinen Alpträumen gnadenlos gejagt wird.
Desweiteren ist er pleite und beginnt nun bei den Reichen und Schönen zu ermitteln.
Dabei beginnt sich eine Spirale der Zweifel, der Bedrohung und Zerstörung zu drehen, die er nicht aufzuhalten vermag.

Oder vielleicht doch?



Joanne K. Rowlings ist wohl etwas gelangweilt mittlerweile. Als eine der reichsten Damen des Vereinigten Königreiches hat die "Harry Potter" Erfinderin genügend finanziellen Spielraum mal etwas neues zu probieren. Also legte sie sich das Pseudonym eines Mannes namens "Robert Galbraith" zu und los gings.
In guter "Potter"-Manier blähte sie den recht übersichtlichen Grundplot auf sagenhafte sechshundersechsundzwanzig Seiten auf!
Das ist an sich nicht schlimm. aber der Spannungsboden hält leider auf die Dauer nicht ganz durch.
Zum einen führt die Autorin für meinen Geschmack zu viele Verdächtige ein...jeder ist steinreich aber mit Stadsignern, Anwälten...Popstars...jeder darf seine Version der Geschichte erzählen, was einfach zu viel des Guten ist.
Hier wäre weniger absolut mehr gewesen.
Zumal mit Lula Landry noch nicht mal der abstruseste Name genannt ist - kleine Auswahl gefällig?
Bryony Radford, Robin Venetia, Kieran Kolovas-Jones oder Tansy Bestiguy sind nur einige.
Da ist der Name "Mary Goodnight" aus Ian Flemings "Der Mann mit dem goldenen Colt" noch lachhaft gegen. Was sie einfach gut beherrscht ist die Beschreibung von Örtlichkeiten.
London entsteht bei den lebendigen Erzählungen der Straßenzüge oder Häuser vor dem Auge des Lesers wie ein Kinofilm. Das ist große Kunst.
Ich persönlich finde es ebenfalls sehr angenehm, dass die Autorin auf Blut und Gekröse verzichtet, was viele Krimiautoren derzeit leider nicht können scheinen, muss doch immer noch jemand mal gefoltert werden.
Die Handlung macht einige überraschende Wendungen, die zum Glück halbwegs nachvollziehbar gelungen sind.
Der (Anti)Held an sich ist überzeugend gelungen, wie er mit der Zeit immer mehr den Überblick und die Beherrschung der Situation verliert ist sehr stimmig beschrieben.
Seine Verletzung sowie die ihn heimsuchenden Alpträume sind nachvollziehbar und machen ihn sehr menschlich ohne den Leser so zu belasten wie dies Mankels ewig mit sich hadernder, depressiver Kommissar Wallander mit seinen Lesern tat.



Sehr lang geratener aber solider Krimi!!!



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