• Buchtitel:Ganz oben Ganz unten
  • Autor: Christian Wulf
  • erschienen: 2. Auflage vom Juni 2014
  • Verlag und Genre: C.H. Beck//Bestseller

Am Anfang stand die Finanzierung eines eher hässlichen Hauses in einem kleinen Kaff bei Hannover - am Ende der Rücktritt des Bundespräsidenten nach einer wohl noch nie dagewesenen Schlammschlacht der Druckmedien.
Der Fall, der wochenlang alles wirklich wichtige aus der Presse verdrängte, beschäftigte und/oder polarisierte die Öffentlichkeit wie kaum etwas zuvor.
Nun also ist der Privatier und Ehrensoldempfänger Christian Wulf aufgetaucht um einmal seine Sicht der Dinge zum Besten zu geben.


Sicher sind permanente Angriffe vonseiten der Presse sehr schwer zu ertragen - dem Chefredakteur der BILD auf der Mailbox zu drohen ist aber wohl auch kein Geistesblitz gewesen und legte wohl einen Grundstein zur "Jagd" auf ihn selbst!




Neben der Presse, der interessierten Republik, diversen Politikerkollegen mussten sich zu guter Letzt auch noch Richter und Staatsanwaltschaft um den Fall Wulf kümmern.
Natürlich wurde der Mann freigesprochen.
Wen wunderte es?
Zum Buch muss man sagen, dass es dem Geschädigten erstaunlich gut gelingt auf der der sachlichen Ebene seine Sicht der Dinge zu berichten.
So gesehen könnte man glauben einen Krimi zu lesen, wobei eine Selbstreflexion leider nur sehr, sehr mager ausfällt.
Die Schilderungen der entstehenden Eigendynamik, des Treibens oder getrieben werden haben durchaus Qualitäten.
Sehr spannend fand ich die Schilderungen über die Leitmedien und deren Redakteure, von denen anscheinend alle ihr eigenes Süppchen kochen oder meinen ihnen gehöre das Hoheitsrecht über die deutsche Befindlichkeit urteilen zu können.
Wahrlich bezeichnend für das ehemalige Staatsoberhaupt ist der gewählte Titel.
Wenn Ehrensold von mehr als 200000 €uro ohne etwas dafür zu tun bis an sein Lebensende + Fahrer + Mitarbeiter + Büro in Berlin bedeutet, zeigt dies doch SEHR deutlich wie abgehoben dieser Herr ist. Doch das war er schon mit seinem Ausspruch "Der Islam gehört zu Deutschland"!
Man lebt halt in Wolkenkuckucksheim! Das versteht der normale arbeitende Bürger dann einfach nicht mehr.
Ansonsten werden die Tantiemen dieses Buches, das sich sofort auf den Bestsellerlisten nach ganz oben schob, bestimmt den Tag noch einmal versüßen können.
Wenn man es mit ihm gut meint, deutet man "ganz unten" vielleicht aber auch nur seiner Depression zu, da er nicht nur Amt, hässliches Haus, Ansehen sondern auch noch seine Gattin verlor?!
Das muss jeder Leser für sich entscheiden.
So bleibt ein Tatsachenbericht der sich wie ein Krimi liest echtes bedauern allerdings auch komplett vermissen lässt.
Aber nur weil man Ehrensold bekommt, muss man nicht unbedingt Ehre im Leibe haben.



Kein ganz schlechtes Buch eines Autoren aus einer parallelen Dimension





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