• Gedichte
  • von Yahya Hassan
  • März 2014
  • erschienen im Ullstein Verlag

Ein erst achtzehnjähriger Däne mit palästinensischem Hintergrund rechnet mit seingesgleichen ab, mit seiner Herkunft, der Verbortheit der Elterngeneration, dem Umfeld in welchem er mit seinen Geschwistern aufwuchs.
Dies tut er wortgewaltig, ordinär, bewußt provozierend.
Und - reflexartig - wird seine Gesundheit bedroht von Seinesgleichen, da er ein Nestbeschmutzer ist.
In seine Versformen beschreibt er Männer, die fleißig zum Freitagsgebet laufen aber die anderen sechs Tage stehlen, hehlen, rumsaufen oder -huren und nebenbei noch alles an Sozialhilfe mitnehmen, was nicht Niet- und Nagelfest ist.
Gegen diese Doppelmoral unterstützt von bigotten Müttern will er aufbegehren.
Das ist nicht leicht zu lesen, zumal der Stil mit seinen ganzen Fäkalausdrücken schwierig zu ist.
Aber jedes Wort trifft dem Leser, so wie die Schläge des Vaters die eigenen Kinder trafen. Damit beginnt dieses eigenartige Werk, mit den Schilderungen wie es für den Autoren sowie seine Geschwister war, als der Vater nicht lang fackelte sondern zuschlug, ohne Gnade. Dass solche Werke nicht gern gesehen sind, hielt den jungen Mann nicht auf. Er wurde von Extremisten mit dem Tode bedroht, die eigene Mutter sagte sich von ihm los, da er sich Allah lossagte.
So etwas in Kauf zu nehmen, ist schon gewaltig und zeigt wie abgrundtief die Verachtung für die beschriebenen Familienmitglieder sein sein muss.
In Dänemark ist Yahya Hassan seit langer Zeit nicht mehr von den Bestsellerlisten wegzudenken.
Und das mit Texten die, in dieser Form vorgebracht, als Ladenhüter gelten; maximal einige hundert Exemplaren Auflage genehmigt bekommen.
Im kleinen Dänemark liegt die Auflagenzahl mittlerweile bei fünfundzwanzigtausend!

Meiner Meinung nach ein schwieriges, krasses aber wichtiges Buch!!!

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