• Breaking News
  • Frank Schätzing
  • März 2014
  • Roman erschienen bei Kiepenheuer & Witsch

Tom Hagen macht beinah alles mit, wenn es darum geht der erste an einer guten Geschichte zu sein.
Sein Job: Kriegsberichterstatter für ein "Hamburger Magazin"!
Überall auf der Welt wo Kriege und Gräuel wüten ist er schon dabei gewesen.

Doch mit einem einzigen chaotischem Handstreich im Jahre 2008 durch einen mißglückten Geiselbefreiungsversuch durch die Bundeswehr in Afghanistan ruiniert er sich weltweit seinen guten Ruf.
An diesem Niederschlag knabbert Hagen drei Jahre lang, ehe ihm der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet geheime Dokumente zuspielt, die jeder Beschreibung spotten.
Mit diesem heißen Eisen, ist Hagen sich sicher, dass er seinen Ruf wieder herstellen wird. Allerdings hat er da einige Rechnungen noch nicht beglichen, eine tödliche Aneinanderreihung von Katastrophen setzt sich in Gang.
Tom Hagen, der nur wieder in eine geordnete Welt zurück wollte, wird zum Spielball ohne große Chance...

Hier kommt nun der neue Wälzer von Frank Schätzing. Neunhundertsechsundsiebzig Seiten hat er diesmal wieder zu Papier gebracht, wobei er trotzdem auf den Bestsellerlisten gleich wieder ganz oben eingestiegen ist.
Dabei wird der Leser über mehrere Jahrzehnte und Zeitebenen mitgeschleift, zwei Familien die sich in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts auf nach Palästina machen um dort die jüdischen,britischen und arabischen Kämpfer zu unterstützen oder zu sabotieren. Dazwischen wird der „Held“ Hagen“ durch die heutige Zeit geschleudert, dass man höllisch aufpassen muss, um genau die Übersicht zu behalten, wer noch mal wer in welcher Epoche gewesen ist.
Dazu hat jede Zeit mit Verschwörungen zu tun, die - gelinde gesagt - atemberaubend daherkommen.
Außerdem sollte einiges an Vorwissen über die Entstehung des israelischen Staates vorhanden sein. Schaden kann es auf jeden Fall nicht.
Schade ist der flache Schreibstil, sowie die vielen Klischeesätze wie "Adrenalien durchströmte seinen Körper"...gut damit ist zwar alles gesagt doch man las so einen Satz auch genauso schon in tausenden anderen Büchern.
Überhaupt ist der Sprachstil sehr gehackt, bzw. stakatomäßig.
Viele Autoren bauen darüber Spannung auf aber leider eben nicht alle.
So bekommt man hier die israelische Entstehungsgeschichte mitsamt sechs-Tage-Krieg, Intifada etc im Schnelldurchlauf beschrieben(die Kapitel der Vergangenheit beschreiben jeweils nur einen Ausschnitt), verquickt mit einer "aktuellen" super-duper-Verschwörung der Israelis bei dem jeder James-Bond-Autor vor Neid blaß werden müsste.
Da bleibt einfach fader Nachgeschmack hängen, zumal die Akteure weder besonders sympathisch noch nett beschrieben sind - sie lassen den Leser kalt.
Das ist meiner Meinung nach das Übelste was einem Autoren passieren kann.

Meiner Meinung nach ist "Breaking News" ein ziemlich zähes Epos, das gut um ein Drittel gekürzt werden könnte und immer noch zu lang geraten wäre.

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