• Nicht ganz der Papa
  • geschrieben von Xavier-Laurent Petit
  • Juni 2013
  • Ueberreuter Verlag mit einem Kinderbuch

Die Welt des kleinen Yann ist in Ordnung. Zusammen mit Mutter und Vater sowie seinem kleinen Bruder Clovis lebt er alles in allem glücklich und zufrieden.
Bis, ja bis der Händler an der Ecke durch eine nett gemeinte Bemerkung sein Leben nachhaltig durcheinander bringt.
Dabei hat der Krämer nur angemerkt, wie sehr Yann seinem Vater ähnelt.
Soweit, so gut...dumm nur das Yann gerade gar nicht mit seinem Vater im Laden steht, sondern mit seinem Onkel!!!
Und damit beginnt ein schier unglaubliches Abenteuer in dem Yann mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln versucht seinem Vater ähnlicher zu sein.
Denn je mehr er nach Ähnlichkeiten zu seinen Eltern sucht, desto rätselhafter werden diese oder jene Verhaltensweisen...

So entwickelt sich aus einer Kleinigkeit, die Erwachsene gern im Beisein von Kindern völlig unbedacht von sich geben, schon fast ein Drama der tragikomischen Sorte.
Das ist ein Balanceakt, der trefflich funktioniert.
Die Aktionen des kleinen Kerls wirken manchmal richtig rührend, kommen stets von Herz ohne das Problem des Ganzen, die Zweifel wegen der eigenen Zugehörigkeit(was ja ein Grundgerüst ist, welches uns unser ganzes Leben normalerweise prägt und begleitet)aus den Augen zu verlieren.
Dabei ist der Stil des Autoren kurz und bündig, leicht auch für Kinder zu lesen. Aufgelockert wird das Buch von wirklich reizenden Illustrationen von Gabriel Gay. Diese tollen, teils seitenübergreifenden Bilder stützen eine Geschichte,die mit einem überaus nachdenklichem Grundgedanken seine Leserschaft zwischen acht und achtzig in ihren Bann zu ziehen versteht.
Nett finde ich dabei, dass bei aller Aktualität der Autor darauf verzichtet eine Patchwork Familie zu gestalten, sondern dass in der Familie des Yann ein ganz klassischer Familienverbund beschrieben wird.
Mit Sicherheit hätte man aus der "Deine-Meine-Unsere-Kinder"-Konstellation noch einige Seiten mehr hervorzaubern können, doch ich glaube das hätte dem Lesevergnügen für die Kinder wegen Überforderung einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht.
So bleibt es bei übersichtlichen achtzig Seiten, die es allerdings in sich haben.

Meiner Meinung nach ist "Nicht ganz der Papa" eines der stärksten Kinderbücher, die ich seit langem gelesen habe.
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