• Buchtitel: Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog
  • Autor: Christopher Clark
  • erschienen: September 2013
  • Verlag und Genre: Historisches Sachbuch erschienen in der Deutschen Verlags-Anstalt

Mit der Ermordung des österreichischen Erzherzogs Franz Ferdinand nebst Gattin Sophie Chotek durch den serbischen Fanaktiker Gavrilo Princip im Sommer des Jahres 1914 endete der Frieden auf dem europäischen Festland.
Die Großmächte England, Frankreich, Rußland auf der einen Seite (später durch die USA kriegsentscheidend unterstützt) und das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn sowie (zeitweise) Italien auf der anderen Seite zogen in einen Krieg wie ihn die Welt bis dato nicht gesehen hatte...
In einen buchstäblichen Weltkrieg...
Aber wer hatte Interesse an diesem Krieg?
Wo wurden die Fäden wirklich gezogen?
Und welche komplexen Interessen durchschaute damals noch keiner?


Viele Antworten werden hier gegeben, die man so auch noch nicht gehört hat!


Jahrzehntelang - dogmatisch - gab und gibt es im Geschichtsunterricht in deutschen Schulen zwei unverrückbare Dinge: DEUTSChLAND hat den ersten Weltkrieg angezettelt und DEUTSCHLAND begann den zweiten Weltkrieg ebenfalls.
Nun hat der renomierte australische Historiker Christopher Clark an einer dieser Pfeiler der Lehrinstitute Hand angelegt.
Mit so verblüffendem Ergebnis, daß es vielen Nestbeschmutzern wohl übel werden wird, wenn jemand diese Meinung teilt.
Von vielen Analogien zwischen der aktuellen Eurokrise und diesem besonderem Sommer 1913 schreibt der Autor nicht expliziet, obwohl er einige natürlich zu nennen hat.
Aber mit der ihm eigenen Weitsicht verzichtet er auf allzu viele Vergleiche, was dem Buch insofern gut bekommt, da die Zeiten vor hundert Jahren naturgemäß ganz andere waren, schon allein was den Bildungsstand der Bevölkerung ausmachte.
Außerdem beschreibt Clark gefühlt minutiös was hinter der diplomatischen Fassade so alles lief, wie Monarchen, Diplomaten und/oder andere Staatschefs in die Handlungen eingriffen.
Dabei gibt der Autor jedem der beteiligten Großmächten gleich viel Raum mit seinen Beschreibungen. Nichts wird verkürzt oder weggelassen.
Am Anfang des fast 900 Seiten gewaltigen Werkes beschreibt er die Ermordung des serbischen Königs Alexanders sowie die damit beginnenden Spannungen innerhalb Serbiens; eines Landes dessen historische "Schuld" kaum je ergründet wurde.
Da wird dem Leser gleich zu Beginn einiges zugemutet.
Es würde sich wohl kaum jemand dieses Buch kaufen, der nicht wüßte aus welchem Land der Zar Nikolaus I.kam oder wer sonst noch so an Personal auf diesen Krieg hinarbeitete?!
Falls doch dürfte derjenige nicht viel Freude an diesem Buch haben, es setzt einiges an Grundwissen voraus.



Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog von Christopher Clark ist wirklich spannender Geschichtsunterricht!!!





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