• Buchtitel: Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen
  • Autor: Jennifer Teege und Nikola Sellmair
  • erschienen: September 2013
  • Verlag und Genre: autobiografisches Sachbuch erschienen im Rowohlt Verlag

Wie ist es wohl, wenn man erst im Alter von knapp vierzig Jahren feststellt, mit wem man verwandt ist? Wenn das Lügengebäude, dass jahrzehnetlang um einen herum aufgebaut wurde einfach in sich zusammenstürzt? Und vor allem; wenn man feststellen muss, dass der eigene Großvater nichts dagegen gehabt hätte, dass man hingerichtet wird, ganz einfach weil man ein Mischling ist...nach gewisser Lesart: "unrein"..."unarisch"...


"Schlächter von Plaszow" ist der Spitzname gewesen!


Das ist wohl eine Berühmtheit, auf die man bestens als Angehöriger der Familie verzichten kann.
Jennifer Tegee ist die Tochter eines Nigerianers und einer Deutschen. Studiert hat sie in Israel. Aufgewachsen ist sie bei liebevollen Adoptiveltern.
Das ist alles gut und schön gewesen.
Doch es bleibt der Name Ruth Irene Kalder ..ein Name der schrecklichen Erinnerung, der grausamen Vergangenheit. Ruth Irene Kalder, die einstige Geliebte des KZ Führers von Plaszow, ihre geliebte Großmutter, nahm sich mit 1983 das Leben, distanzierte sich aber gleichzeitig Zeit ihres Lebens nicht glaubhaft von den Nazis.
Durch dieses Buch hofft die Autorin, die schon in der Vergangenheit unter Depressionen litt, mit ihrer Lebensgeschichte, die einen so abstrus, unvorstellbar grausamen Vorfahren auswies einen Teil ihrer Probleme endgültig verabeiten zu können.
Dafür beschreibt sie zusammen mit ihrer Co Autorin Nikola Sellmair nicht nur das aufwühlende Erlebnis der Entdeckung "ihres Geheimnisses", sondern schildert auch ihre Begegnungen und Eindrücke während der Besichtigungen der "Wirkungsstätten" ihres Herrn Großvaters.
Dabei gibt sie sich einem wahren Sellstriptease hin...gerade wenn sie ihre Erlebnisse als Adoptivkind schildert. Das ist sehr überzeugend geschildert, dass es zwischendurch sehr betroffen macht.
Die Autorin musste auch in jungen Jahren schon wirklich viel mitmachen.
Doch trotzdem erhebt sich die Frage, ob der Opa denn wirklich an allem Schuld ist, was (Enkel)kindchen nach fast dreißig Jahren und mehr noch widerfährt.
Die genetische Schuldfrage wird in diesem gar nicht wirklich gestellt; sie wird vorausgesetzt!
Das ist zwar mitreißend geschrieben doch es läßt den Leser während der ganzen Lektüre das Gefühl nicht los, dass man hier mit geködert und/oder gemolken werden soll.
Die Lebensgeschichte der Hauptautorin ist gewiß bedauerlich, beginnt aber schon mit der Generation ihrer Eltern; die sie im Stich ließen.
Das ist sicherlich traumatisch, kränkend usw.usf. - das ganze Geschehen allerdings auf Opas sadistische Neigungen einzig und allein zurückzuführen ist schon abenteuerlich!!!



Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen von Jennifer Teege ist der - erfolgreiche - Versuch Geld zu machen - mehr nicht!!!

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