• Meine 500 besten Freunde
  • Johanna Adorjàn
  • Februar 2013
  • satirisches Sachbuch erschienen im Luchterhand Literaturverlag

Dreizehn bissige Kurzgeschichten aus dem neuen Berlin wurden hier von der Autorin erzählt.
Da ist eine Jungschauspielerin, nicht ganz nüchtern.
Ein Star, der längst keiner mehr ist, ohne dies warhaben zu wollen.
Eine Yogalehrerin, die sehr aggresiv ist oder die Theaterdiva die sich zumindest schillernd gibt.

Dies und noch einige andere schöne Geschichten, teils komisch, teils traurig wurden hier sehr nett, sehr authentisch zusammengetragen. Das reicht für über zweihundertfünfzig Seiten, so dass keine der Geschichten mehr als zwanzig Seiten aufweist.
Die Autorin ist eine umfassende Beobachterin, die sehr viel Gespür für die einzelnen Charaktere aufweist, diese mit wenigen Sätzen sehr treffend skizziert.
Jede der Figuren schafft es mit einigen Handlungen alles eben gewonnene wieder zunichte zu machen und am Ende als Verlierer darzustehen.
Auffällig ist, dass jeder der Menschen nur mit sich selbst beschäftigt ist, ohne eine rechte Lebensfreude zu besitzen. So bleibt am Ende für jeden im Prinzip nichts als Mitleid.
Dabei entwickelt die Autorin eine echte Melancholie. Als Leser mit depressiven Neigungen bleibt das Buch somit eine Herausforderung, bei der man vorher nachdenken sollte, ob man zugreift.
Bemerkenswert finde ich die bildhafte, dabei allerdings zurückhaltende Schreibweise die sich sehr gut lesen läßt.

Meiner Meinung nach wirklich lesenswert

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