• Überman
  • Tommy Jaud
  • November 2012
  • satirischer Roman erschienen im Fischer Verlag

Simon Peters meinte alles richtig gemacht zu haben. Zusammen mit seinem Finanzberater wähnte er sich auf der richtigen Seite. Doch schließlich - als die Eurokrise haushoch über ihn zusammenbricht - war es plötzlich seine Idee auf höchstspekulative Wetten bzgl der Preisentwicklung von Magerschweinen im großen Stil zu setzen.
Das heißt im Klartext leider, dass sich ein wirklich großes Loch auftut, wo einmal ein zwar überschaubares, dennich brauchbares Guthaben stand.
Simon Peters sieht seine Fälle schneller und immer schneller wegschwimmen.
Da beginnt nicht nur die arrogante Leck-mich-Fassade des Helden ganz schön zu bröckeln!!!

Und so entspinnt sich eine zunächst schleppende, mäßig lustige Geschichte, bei der man ersten siebzig, achtzig Seiten erst mal geschafft haben muss, bis endlich Fahrt aufkommt.
Doch dann fühlt man sich sehr schön an "Hummeldumm" oder den "Vollidioten" erinnert.
Simon Peters ist wandelt sich vom echten Arschloch zum wahren menschenfreund. Doch dafür läßt der Autor Helden wider Willen auf so zum Teil groteske Art versuchen aus seiner Misere zu kommen, dass man zwischen Schadenfreude und Mitleid von einer Seite auf die andere zu schwanken beginnt.
Dabei balanciert Tommy Jaud haarscharf an der Abstrusität vorbei, gerade bei dem Magnetrind zum Höhepunkt hin, doch die Kurve kriegt er immer noch hin.
Beim Stil muss man leider sagen, dass die vielen weil - dann Satzkonstruktionen den Lesefluss immer wieder ins stocken bringt.
Der ein oder andere fade Spruch ist natürlich auch darunter, doch das bleibt bei knappen dreihundertsiebzig Seiten nicht aus.

FAZIT: schön lustig! zu empfehlen! zu Recht ein Bestseller

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