Geldscheine
Für eine kurzfristige Geldanlage mit sofortiger Verfügbarkeit ist ein Tagesgeldkonto bestens geeignet. Doch welcher Anbieter ist der richtige? Welche Kriterien sollten bei einem Tagesgeld beachtet werden? Zunächst einmal springt dem Anleger natürlich die Verzinsung ins Auge. Doch nicht immer muss das Institut mit den vermeintlich höchsten Tagesgeldzinsen auch das Beste sein.

Viele Anbieter versprechen bei einer Erstanlage hohe Zinssätze, um sie nach dem ersten Anlagezeitraum dann erheblich zu senken. In der Regel ist die Kontoführung bei einem Tagesgeldkonto kostenlos. Trotzdem lohnt sich vor Unterschrift ein Blick ins Kleingedruckte, so dass nicht bei Vorlage der ersten Kontoabrechnung unliebsame Überraschungen zutage treten. Neben der Höhe der Verzinsung spielen auch die Einlagensicherung und der Zeitpunkt der Zinszahlung beim Tagesgeld eine Rolle.

Für den Anleger empfiehlt es sich, vor seiner Entscheidung folgende Punkte zu klären:
  • die Höhe der Verzinsung
  • den Zeitpunkt der Zinsgutschrift
  • die Einlagensicherung des gewählten Instituts
  • eventuelle Kosten für die Kontoführung

Ist der Anlagebetrag sicher?

Vor allem seit der Finanzkrise spielt die Sicherheit der Anlage eine entscheidende Rolle. In Deutschland besteht aufgrund gesetzlicher Vorgaben eine Grundabsicherung von 100.000 Euro. Das heißt, bis zu diesem Betrag ist die Anlagesumme bei einem Kreditinstitut gesichert. Die meisten deutschen Banken schützen die Kundengelder jedoch durch zusätzliche freiwillige Einlagensicherung, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgeht.
Im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken haben sich die privaten Banken zusammengeschlossen: Hier erhalten Sie Informationen dazu. Dabei werden pro Anleger 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals des jeweiligen Instituts geschützt. Der Mindestbetrag liegt bei 1,5 Millionen Euro. Auch die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken verfügen über ähnliche Modelle zum Schutz ihrer Anleger. Viele ausländische Anbieter drängen auf den deutschen Markt und versprechen teilweise äußerst lukrative Zinssätze.
Doch hier ist Vorsicht geboten: Vor einer Geldanlage sollten Kunden sich dringend informieren, ob diese Institute über eine entsprechende Absicherung verfügen.

Profitiert der Anleger vom Zinseszinseffekt?

Der Zeitpunkt der Zinszahlung beeinflusst ebenfalls die Höhe des effektiven Zinssatzes. Bei einer Laufzeit von einem Monat werden die Tagesgeldzinsen in der Regel zum Ende des Monats auf dem Tagesgeld gutgeschrieben. Wird das Geld jedoch länger angelegt, so wirkt sich der Zeitpunkt der Zinszahlung auf die Höhe des Effektivzinses aus. In der Regel werden die Zinsen zum Ende eines Vierteljahres gezahlt, so dass der Anleger im nächsten Vierteljahr vom Zinseszinseffekt profitieren kann.
Werden die Zinsen jedoch bei einer einjährigen Anlage nur am Ende der Laufzeit gutgeschrieben, so hat dies für den Anleger keine Auswirkungen und er zieht aus der Zinsgutschrift keinen weiteren Nutzen. Die höchste Rendite verspricht bei gleichem Zinssatz eine monatliche Anlage. Hier werden die Tagesgeldzinsen zum Monatsende gutgeschrieben und der Anleger profitiert vom Zinseszinseffekt. Doch Vorsicht: Wer sich für diese Variante entscheidet, sollte bedenken, dass die Banken den Zinssatz auch Monat für Monat anpassen könnten und sich die Zinsen durchaus rückläufig entwickeln können.

Fazit: Nicht nur auf die Zinsen schauen!

Wer sein Geld auf einem Tagesgeldkonto parken will und sorgenfrei schlafen möchte, sollte nicht nur auf vermeintlich hohe Zinssätze schauen, sondern auch die Sicherheit des angelegten Geldes nicht aus dem Auge verlieren. Hier lohnt sich immer ein direkter Zinsvergleich.
Keinem Anleger nützt ein hoher Zinssatz, wenn die Bank das angelegte Geld nicht zurückzahlen kann.

Rene Schubert - Fotolia (Bildrechte)

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