• Das ganz normale Böse: Warum Menschen morden
  • von Reinhard Haller
  • August 2011
  • Sachbuch erschienen im rororo Verlag

Wie erklärt man das Böse? Wie definiert man es?
Wer etwas böses tut, wie fühlt dieser sich, welche Motivation steckt dahinter?
Gibt es ein Böses ohne ein Gutes?

Diesen philosophischen Gedanken geht dieses Buch nach. Dabei wird vom Genozid, über Vergewaltigung bis zur banalen Rache praktisch allem was wir gemeinhin "Böse" nennen.
Der Autor ist viele Jahre als Gerichtspsychater tätig gewesen, interviewte dutzende Straftäter und hatte so sehr tiefe Einblicke in die psychischen Abgründe der teilweise schlimmsten Verbrecher.

Und das geht leider über weite Strecken nach hinten los.
Zwar beschreibt Haller viele Verbrechen von Diktatoren wie Pot oder Serientätern wie Bundy, doch mit den meisten davon sprach er wohl kaum.
Dazu kommen furchtbar anstrengende Sätze, die den Psychologenkollegen Hallers bestimmt gut gefallen, den "normalen" Leser doch reichlich viel abverlangen.
Da werden auch relativ kurze 240 Seiten zur Qual.
Mir persönlich ging die Ausführlichkeit, mit der die Verbrechen geschildert wurden zu weit, muss man jede Grausamkeit so drastisch beschreiben?
Für zartbesaitet halte ich mich nicht wirklich, doch teilweise empfand ich wirklichen Ekel und Unglauben über die Dinge, die Menschen sich gegenseitig in der Lage sind anzutun.
Dafür gibt es als Pluspunkt die eine oder andere ironische Spitze, die ich wiederum ganz erfrischend fand.

  FAZIT: sehr zwiespältig, eher abschreckend als fesselnd!!!

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