• Operation Eisbrecher
  • von John Gardner
  • 1983
  • Thriller bei Heyne erschienen

 

Innerhalb weniger Wochen, in verschiedenen Ländern geschehen grausame, blutige Anschläge gegen Kommunisten, sozialistische und jüdische Einrichtugen.
Nachdem auch in London acht Personen der kommunistischen Partei und deren Sympatisanten brutal hingerichtet werden, wird der beste Mann des britischen Geheimdienstes aktiviert.
Zusammen mit je einem Agenten der USA, der UdSSR und Israels wird er in die eisige Kälte Finnlands gesandt. Dort oben in der menschenleeren Tundra, nahe der Grenze zur Sowjetunion gilt es nicht nur den Doppelagenten der Gruppe ausfindig zu machen, sondern auch noch den wahnsinnigen Graf Konrad von Glöda zu stoppen.
Der Psycho plant mit seinen Sturmtruppen nicht mehr und nicht weniger als die Gründung des vierten Reiches...

Oha, in seinem dritten "neuen" James Bond der achtziger Jahre hat Autor Gardner den Bogen reichlich überspannt. Die Story um einen wiederauferstandenen finnischen Nazi, der eigentlich ein deutscher Nazi ist, der wiederum einen Agenten des Bond-Teams als Doppelagenten bezahlt, der allerdings auch seinen Geldgeber hintergeht...also quasi ein Dreifachagent ist, mutet doch völlig übertrieben an.
Die Nazis und die Folgen des Krieges, bzw. deren Überlebende, die in den frühen bis mittleren achtziger Jahren ja durchaus noch ein Alter aufwiesen, in denen man ihnen fantastische Pläne zutrauen durfte, sind über eine ganze Reihe der neueren Bondabenteuer ein Steckenpferd des Autoren.
Neben dem Alkoholismus, den Gardner mit dem Erfinder Ian Fleming teilte, hegte er auch dessen Mißtrauen gegenüber so ziemlich allem deutschen...außer unseren Autos.
In fast jedem Buch taucht wenigstens ein deutscher Bösewicht auf, um in der Regel dann auch fast ebenso schnell wieder zu verschwinden, da es zum Hauptschurken meist dann doch nicht reicht.
Zum Dritten teilt Gardner den sehr strammen Antikommunismus mit Fleming. So ziemlich alles russisch-slawische ist noch eine Spur verachtungswürdiger als das Deutsche.
Das trifft bei der Operation Eisbrecher auch zu.
Klasse hingegen ist die Verlegung der Handlung mal in die kargen Eislandschaften des Nordens. Gardner versteht es sehr eindrucksvoll diese wiederzugeben.
Die Szene in der Bond im Eiswasser gefoltert wird, läßt einen wahrlich mitfrieren und man sehnt sich zwischendurch nach den üblichen Stränden, Sonne, Sand und Meer.
Doch dies wird dem Leser außer im ersten Viertel verwehrt.
Die Schneeaction ist super zu lesen und kurzweilig, die Frauen natürlich bildhübsch...und auch als Doppelagentinnen einiges aktiver als zum Beispiel im ersten Band, der Böswicht - wies chon geschrieben - völlig übertrieben!

Fazit: einige Hänger, doch immer noch lesenswert!!!

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