• Der alte König in seinem Exil
  • Arno Geiger
  • Februar 2011
  • Sachbuch/Lebenshilfe erschienen bei Hanser

 

Der Vater vom Autor Geiger bekam vor einiger Zeit die furchtbare Diagnose Alzheimer. Eine zutiefst traurige Krankheit, die den Patienten zuerst die Erinnerungen, die Persönlichkeit und zu guter Letzt die Würde nimmt.
Arno Geiger nutzte die Zeit, um sich noch einmal intensiv mit seinem kranken Vater zu beschäftigen und hielt diese in dem nun vorliegenden Buch fest. Trotz der schwierigen Thematik schaffte es der österreichische Schriftsteller sofort in die Top Ten der Bestsellerlisten.
Dabei machte er nicht nur negative Erfahrungen, nein, er erlebt seinen Erzeuger auch im fortgeschrittenen Stadium noch charmant, selbstbewußt, witzig.
Und natürlich kommen auf den knappen 200 Seiten auch die schlimmen Gedanken, die Rückschläge, die Hilflosigkeit der Angehörigen zum Tragen.
Dabei nimmt Geiger auch kein Blatt vor dem Mund.
Spannend sind die einzelnen Passagen, die die wörtliche Wiedergabe der Gespräche von Vater und Sohn wiedergeben. So bekloppt die Sätze des Vaters auf den ersten Blick zu sein scheinen, machen sie doch auf ihre ganz eigene Art einen Sinn.
Der Geist des Vaters ist in der Vergangenheit geblieben, Ostfront, Kriegsgefangenschaft, Beginn der Ehe sind sind die Themen, mit denen Vater sich Tagein, Tagaus beschäftigt.
Und mit diesesm Hintergrund, ergibt alles irgendwie einen Sinn.
Denn der Autor berichtet, dass man sich halt auf die Welt der Dementen einlassen muss.
Die Regeln nach denen wir "Normale" leben, sind für sie einfach nicht existent.
Und darauf macht Geiger einzigartig aufmerksam.

FAZIT: rührend und zutiefst human!!

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