• Deichgrab
  • von Sandra Dünschede
  • 2006
  • Thriller vom Gmeiner Verlag

 

Nach dem Tod der Eltern und des Großvaters wird der 10jährige Tom nach Nordfriesland geschickt, um dort bei seinem seltsamen, wortkargen Onkel Hannes Friedrichsen zu leben.
Und erst nach dem plötzlichen Tod des Onkels - Tom ist erfolgreicher Selbstständiger in München - kehrt er in das Haus seiner unerfreulichen Kindheit zurück um den Nachlaß zu ordnen.
Dabei stößt er auf eine unglaubliche Geschichte aus längst vergangenen Zeiten.
Offenbar musste sein Onkel jahrzehntelang für ein grausames Verbrechen büßen, für dass die Dorfgemeinschaft ihn verantwortlich machte.
Und je weiter Tom nachforscht, desto mehr begibt er sich in Gefahr, da die Menschen im beschaulichen Nordfriesland einiges zu verbergen haben.

Hier haben wir einen Regionalkrimi aus dem hohen Norden, der gleichzeitig das Debüt von Sandra Dünschede ist. Die gebürtige Nordfriesin legt hiermit ein ganz knalligen Krimi hin, der mit jeder Menge schräger Charaktere aufwartet. Dabei wird natürlich auch das eine oder andere Klischee des Nordfriesen mehr als reichlich nicht nur bedient, sondern leider überstrapaziert.
Trotzdem liest es sich so weg, auch wenn ich finde, das Frau Dünschede den Vergleich mit Hannes Nygaard (Tod in der Marsch) leider verliert.
Nygaard, dessen Team auch in Husum und Umgebung ermittelt, beschreibt erstklassig die örtlichen Gegebenheiten. Das fällt bei diesem Buch leider reichlich kurz, was für einen Regionalkrimi ja eigenlich Entscheidende ist.
So bleibt eine erstklassige Handlung, die allerdings auch ohne weiteres in Wanne-Eickel hätte spielen können.

FAZIT: kurzweiliger Krimi, Punktabzug für beschriebenen Örtlichkeiten!

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