• Unterm Strich
  • geschrieben von Peer Steinbrück
  • 2010
  • Sachbuch

 

Peer Steinbrück, ehemaliger Minister und langjähriges SPD Parteimitglied hat sich aufgemacht und schonungslos analysiert, wie es um den deutschen Staat, die Parteienlandschaft steht.

Dabei findet er die gewohnt klaren Worte, die seine Freunde lieben und seine Feinde fürchten.
Herr Steinbrück legt glasklar dar, dass es ein "weiter so" nicht geben darf, da der ausufernde Sozialstaat einfach nicht mehr zu finanzieren ist.

Weiterhin prophezeit er, dass neben den USA lediglich China als 2.Weltwirtschaftsmacht bestand haben wird.
Europa sieht er in der Pflicht, die Haushalte zu konsolidieren und gleichzeitig äußerst vorsichtig mit den Erweiterungen gen Osten umzugehen, da sonst auf Dauer unser aller Wohlstand den Bach runter gehen wird.
Des Weiteren warnt er vor der immer stärker werdenden Bevölkerungsschicht der Rentner, und er macht keinen Hehl daraus, dass in viel zu vielen Fällen die Integration versagt hat und man gegen Parallelgesellschaften etwas tun muss.

Zu guter Letzt gibt er seiner Partei Wege vor, wie man wieder jenseits der 30% Punkte bei Wahlen landen und diese womöglich sogar gewinnen kann.
Und der Erfolg, den sein Buch nach wenigen Wochen im Verkauf bereits verzeichnet, ist wohl mehr als genug Hinweis darauf, dass Herr Steinbrück vielen weiterhin als politisches Schwergewicht gilt.
Es ist schon recht erstaunlich, dass in letzter Zeit gerade Politiker des Sozialen Spektrums mit ihren Büchern die Finger in Wunden legen, die die eigene Parei eigentlich gar nicht sieht. Von den Granden der CDU scheint ja niemand Lust zu haben ein Buch zu schreiben...oder haben sie Angst vor der Wut der Kanzlerin?...oder können sie nichts schreiben, das mittlerweile SPD Politiker dem konservativen Flügel der Bevölkerung eher entsprechen?
Wie auch immer, Herr Steinbrück nimmt sich  auf seinen knappen 480 Seiten viele, viele Themen an, und das ist meiner Meinung auch das größte Manko an seinem Buch.
Vieles wird angerissen, etwas genauer dargelegt und abgehakt, wobei bestimmt noch das ein oder ander zu gesagt hätte werden können.
Interessant finde ich, wie klein er die Bundespolitik in seiner Macht redet. Das hätte ich von einem ehemaligen Bundespolitiker gar nicht erwartet.

Fazit: Schlaues Buch, sollte man gelesen haben!



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